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St. Wendel: Aufbauten zum Ritterspektakel beginnen

In St. Wendel traten die Ritter mit echten Volllanzen gegeneinander an.

In St. Wendel traten die Ritter mit echten Volllanzen gegeneinander an.



St. Wendel. Wo vor vier Wochen noch gähnende Leere herrschte, wird nun emsig gearbeitet. Der alte Sportplatz in der Bosenbach wird zurechtgemacht für das Ritterturnier, das vom 31. August bis 2. September die Massen anziehen soll. Vier Tribünen stehen bereits. Diese sollen Stehplätze für über 4000 Menschen bieten. Doch auch der Hügel, der eine Seite des ehemaligen Sportgeländes einrahmt, wird Platz und einen guten Blick auf das Geschehen in der Mitte bieten. Dort ist der Turnierplatz bereits mit Holzpfosten und -stangen abgegrenzt. „Der Platz misst 40 mal 70 Meter. So, wie es in der Zeit um 1512 die Regel war“, erklärt Thomas Wüst, Leiter des St. Wendeler Amtes für Kultur und Stadtmarketing. Authentisch solle es in der Stadt am Ritter-Wochenende zugehen.

Dazu gehöre eben auch, dass das Gelände historisch korrekt aussieht. Derart sind die Tribünen für das gemeine Volk angeordnet. Und wie es so war, vor 500 Jahren, gibt es auch eine Ehrentribüne für besondere Gäste. Wüst: „Die bietet für 250 Menschen Platz. Dort dürfen nur jene drauf, die die passende, historische Kleidung tragen. Adelige Kostüme, keine Söldner oder Bauern.“ Dennoch bedient sich die Stadt beimAufbau moderner Werkzeuge und Materialien. So stehen auf dem Gelände keine Holz-, sondern Stahlrohrtribünen. Um die zu kaschieren, werden diese noch bunt dekoriert. Wie der gesamte Platz. Und um für die Sicherheit der Ritter und Pferde zu garantieren, wurden die Absperrungspfosten des Kampfplatzes einbetoniert, und nicht nur einfach in die Erde gehauen. Der St. Wendeler Bauhof ist für den Aufbau mitverantwortlich.

„Da sie bereits bei anderen Veranstaltungen Erfahrungen gesammelt haben, können wir auf ein großes Know-how zurückgreifen“, lobt Wüst. Ganz alleine stemmen kann der Bauhof die Arbeiten jedoch nicht, deshalb wurden sieben Firmen hinzugezogen. Darunter ein Unternehmen aus Bad Schönborn (Baden-Würtemberg), das die Tribünen aufbaut. „Wir brauchen zwei Tage, um die vier Ränge aufzustellen“, erklärt Vorarbeiter Irfan Sakar, der 20 Arbeitern Anweisungen gibt. Seine Firma sei auf der ganzen Welt unterwegs, immer mit dem Auftrag, Steh- und Sitzgelegenheiten bei Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. „Letzte Woche war ich in der Tschechei, mein nächster Auftrag ist in Berlin“, erzählt Sakar. Aus ganz Europa werden auch die Teilnehmer des Turnierlagers kommen. Diese sollen rund um den Platz zelten und ihre Künste präsentieren. Ebenso, wie es historische Quellen beschreiben.

„Da wird man keinen mit einem Handy oder einer Armbanduhr sehen“, ist sich Wüst sicher. Denn auch die einzelnen Gruppen kontrollieren sich gegenseitig, um ein authentisches Bild zu liefern. „Einige können sich nicht riechen und achten sehr genau, was die anderen machen“, ergänzt Wüst amüsiert. Für die Zuschauer werde es am Eingang für 50 Cent Ohrenstöpsel zu kaufen geben. Denn wenn authentische Kanonen aus vollen Rohren donnern, kann es sehr laut werden. Ebenso werde den Besuchern kostenlos Wasser zur Verfügung gestellt, damit keiner während der ganztätigen Vorführung umkippt. Entlang der Missionshausstraße sollen aber auch Getränke- und Essenstände für das leibliche Wohl sorgen. Der Kirmesplatz wird hingegen den Rittern und ihren Pferden gehören. Wüst: „Wir sind noch am verhandeln, ob es Besuchern erlaubt sein wird, das Ritterlager zu besuchen.“ Denn einige Ritter und Knappen seien etwas empfindlich. Wollen sich während der Vorstellung bejubeln lassen, brauchen aber auch ihre Ruhe. Wohl so, wie ihre Vorgänger vor 500 Jahren.

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