L130 Hirzweiler - Oberlinxweiler Zwischen Urexweiler und Remmesweiler in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (06:49)

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St. Wendel: Wildes Getier und ängstliche Parteien

Marpingen. Nein, es war gestern Nachmittag (07.03.2011) keine Volkswanderung, die sich von Urexweiler aus auf den Weg nach Marpingen machte: Mit Perücken, Hüten und bunten Kostümen bewaffnet machten sich die Getubbde auf, die Narrenhochburg Marpingen zu stürmen. Die Alsweiler taten es ihnen gleich. Aller Ziel: Marpingens Dorfmitte. Denn hier wurde er erwartet, der Rosenmontagsumzug. Rund 50 Gruppen, darunter 35 Wagen machten mit. Vor allem die jüngsten Besucher, die Bonbonsammler warteten ungeduldig auf die erste Gruppe. Übrigens auch in Marpingen flogen gar nicht so viele Bonbons, der saarländische Narr ist inzwischen verwöhnt und greift am liebsten zu Popcorn und Chips. Oder aber auch zu Hochprozentigem. Das wurde, da waren sich alle Teilnehmer am Zug einig, nur an die erwachsenen Besucher an der Zugstrecke verteilt.

Viel Fantasie zeigten die Vereine bei ihren Fußgruppen und Wagen. So hat man in „Exweller“ längst erkannt, wenn man schon in Jamaika lebt, dann fehlt nur noch die legendäre Bobmannschaft. Eisbären, Pinguine und Schneemänner erinnerten an den kalten Winter, fröhliche Bienchen weckten Frühlingsgefühle. Musikgruppen sorgten immer dann, wenn der Zug einmal ins Stocken geriet, mit ihren Schunklern für viel Bewegung unterm Narrenvolk. Ein toller Hingucker bot der Motivwagen „Cindy aus Marpingen“, denn hier wurde es so richtig grellpink.



„Ich bin ein Fußballstar, holt mich aus dem Tabellenkeller“, appellierten die Akteure der Spielgemeinschaft Dirmingen-Berschweiler, während die Fußballer des FC Hellas Marpingen die Eroberung der Biberburg auf die Schippe nahmen. Hoheitlicher Besuch aus Mainzweiler war ebenso zu bestaunen, wie ein Infanterieregiment aus Nassau-Saarbrücken. Mit einem Saloon inklusive Cowboys und Indianer hatten die Urexweiler eine Lösung für das Kneipensterben parat. Nach dem Umzug ist Narrentreiben, daran hielten sich die Marpinger bis in die Nacht. cim




Nonnweiler. Gefühlte 3000 Besucher feierten die 34 Wagen, kreativ kostümierten Fußgruppen und Musikvereine aus der ganzen Gemeinde in der Hochwaldmetropole. Entlang der Narrenmeile wurde geschunkelt, getanzt und gelacht. Ein Thema im Zug war natürlich der bevorstehende Wechsel des Bürgermeisters im Rathaus „Erst ein prächtiges Haus, heute ist’s ne graue Maus. Von CDU und SPD will keiner rein, drum muss es ein Parteiloser sein“, stand in großen Lettern am Wagen der KG Nonnweiler.

Kühle blonde Kostproben verteilte der örtliche Weizenbierclub, der dringend Nachwuchs sucht. Diese Sorgen kennt der Karnevalsverein aus Eisen nicht. „Im Saarland ist es mit Kindern mau, für Nachwuchs sorgt der KKV“. Alle Altersgruppen marschierten in der lustigen Truppe des Mehrgenerationenhauses mit. Dahinter trieben blau geschminkte Schlümpfe ihr Unwesen, die galoppierenden Zebras waren dem Kindergarten in Kastel entlaufen.



Traumhaft geschmückte afrikanische Schönheiten machten neben wilden Tieren die Triererstraße zu ihrem Dschungel, und die Kickerinnen der SG Peterberg entpuppten sich als Scharfschützen im Torabschluss.

Die fettesten Beats dröhnten von den Wagen der Jugendclubs aus Bierfeld und Otzenhausen. Ü 60 - Prinz Hans I /3 konnte bei seiner dritten Triumphfahrt durch sein närrischen Reich auf die Unterstützung seiner jungen Prinzessin Bianca I. bauen. „Altes Herz wird wieder jung, et Bianca bringt de Hans in Schwung“. Die königliche Karosse ihrer Tollitäten fuhr als letzter Wagen an der Kurhalle vor, in der sich der Feiermarathon nahtlos fortsetzte. frf




Freisen. „Alleh hopp“, schrien gut eine Stunde lang die Akteure und die Hundertschaften an Besuchern bei der Straßenfastnacht im Chor. In einem einem Mähdrescher hatten die Feuerwehrmänner mit Erfolg eine Heiratsvermittlung eingerichtet. „Ob Matze, Lange Alfred, oder Heinz, wir besorgen jedem eins“, stimmte ihre Quote. Der Männergesangverein „Eintracht“, feiert in diesem Jahre seinen 90. Geburtstag. Getreu ihrem Wahlspruch. „Wein, Weib und Gesang, und das ein Leben lang“, führten die fidelen Sangesbrüder das närrische Peloton an.

Insgesamt 20 Wagen, fantasievolle Fußgruppen und Musikkapellen bildeten einen farbenfrohen Lindwurm. Tierisch schön war der Themenmix der Gruppen. „Ob voll oder naggisch, de Johrgang 92 is imma knaggisch“, behaupteten die hellblauen Schlümpfe.

Afrikanische Krieger, reizende Buschmammis, Eisbären und Neandertaler konnte das Narrenvolk bestaunen. Ja sogar Exoten aus fernen „Bolliwud“waren angereist. Die „Flintstones“ wurden von einem 20 PS Faun - Kraka, einem Original-Militärfahrzeug aus dem Kalten Krieg, versorgt. Wer steckte beim großen Rosenmontags- Quiz „Freisen sucht den Super-Hut“, unter den elf überdimensionalen Kopfbedeckungen?. Wer ist das Modell Relax, Dschungelstar, oder Erleuchtung?. Die große Enthüllung der Hüte und die Wahl zum „Super-Hut“ fand nach dem Umzug in der Bruchwaldhalle stand. Dort feierten alle Narren mit Live-Musik ein zünftiges Faasendsfest. frf



Gehweiler. Karren voller Narren rumpelten am Rosenmontag durch Gehweiler, angeführt vom Wagen des Prinzenpaars des Karnevalvereins Gehweiler, ein Rentner (Klaus Haßdenteufel) und ein junges Reh (Sarah Meiser): „Oh wei, oh wei, oh weh“. Mit den Elferratspräsidenten Hennig Fries folgten Gardemädchen, die Heroldine (Eva Gelzleichter) und das Tanzmariechen Michelle Zuschlag. Die Familien Cullmann, Stänger, Greif und Heinrich präsentierten eine Geisterbahn und die Gehweiler Riesenkürbiszüchter warben als „Dicke Dinger“ für ihr Hobby. Der goldene Oskar (Oskar Gisch) erinnerte ans diesjährige Fastnachtsmotto: „Hollywood in Gehweiler an der Saar“. se
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