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St. Wendel zieht positive Müll-Bilanz

So wenig Restmüll wie nie und dabei stabile Gebühren: St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon zieht eine überaus positive Müll-Bilanz. (Symbolfoto)

So wenig Restmüll wie nie und dabei stabile Gebühren: St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon zieht eine überaus positive Müll-Bilanz. (Symbolfoto)

St. Wendel. „Seitdem die Stadt St. Wendel dem Entsorgungsverband Saar vor elf Jahren den Rücken gekehrt und ihr eigenes Müllentsorgungssystem auf Verwiegebasis aufgebaut hat, haben sich die Müllmengen um die Hälfte verringert und die St. Wendeler Bürger bis 2010 sensationelle 5,5 Millionen Euro weniger Gebühren gezahlt.“ Diese Bilanz zieht St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon. Er sieht den Entschluss seiner Verwaltung, den Müll selbst zu entsorgen, damit bestätigt: „Wir haben uns auf ganzer Linie durchgesetz – und werden uns auch weiter durchsetzen. Bis Ende dieses Jahres werde, so Bouillon weiter, die Ersparnis gegenüber dem EVS sogar mehr als sechs Millionen Euro betragen. Allein im vergangenen Jahr haben „wir rund eine Million für unsere Bevölkerung eingespart“. Das St. Wendeler Modell habe sich durchgesetzt, meint der Bürgermeister. Mittlerweile gebe es Anfragen aus vielen anderen Gemeinden. Sie wollten wissen, wie St. Wendel die Müllentsorgung handhabe. „Namborn ist da kein Einzelfall“, sagt Bouillon (wir berichteten). Und geht noch einen Schritt weiter: „Ab 2015 wird auch der EVS verwiegen.“ Da ist sich Bouillon sicher. Und nennt weitere Zahlen: „20 bis 25 Millionen Euro könnten im Saarland eingespart werden, wenn man verwiegen würde.“ Allerdings habe der Verband dann zehn Jahre verloren.

Versteckte Erhöhung?

Das jetzige System, auf das der EVS Anfang des Jahres umgestellt hat, sieht Bouillon hingegen als „versteckte Gebührenerhöhung“. Die EVS-Abrechnung nach Anzahl der Leerungen sei erheblich teurer als das Verwiegesystem der Stadt St. Wendel. In St. Wendel kostet die Leerung einer 120-Liter-Tonne durchschnittlich 81,84 Euro. Das seien 35,50 Euro (43,4 Prozent) weniger als die niedrigste EVS-Gebühr mit zehn Entleerungen. Zehn Entleerungen sieht Bouillon ohnehin als unrealistisch an: „Die Tonne muss mindestens zwölf Mal geleert werden.“ Bouillon resümiert kritisch: „Die Menschen zahlen beim EVS letztendlich mehr Geld für weniger Leistung. Der Bürger und die Umwelt sind die Verlierer.“

Stabile Gebühren

Als Gewinner sieht Bouillon hingegen die St. Wendeler. Schließlich habe die Stadt seit 2001 die Gebühren nicht mehr erhöht. Und das werde auch so bleiben. Mindestens bis 2013, verspricht Bouillon. Und auch die Umwelt profitiere. Nach Auswertung der Statistik seien 2010 die Müllmengen auf den bisher niedrigsten Stand von 2926 Tonnen zurückgegangen, womit der unterste Wert wohl erreicht sein dürfte. Die Restabfallmenge beträgt nun 108 Kilo pro Einwohner und liege damit unter dem Niveau der Stadt Lebach, die bereits seit 2000 verwiegt.

Das System sei nur möglich dank des Wertstoffhofes, der laut Bouillon „fast schon zu gut angenommen wird“. Mit rund 35?000 Besuchern im Jahr „stoßen wir fast an unsere Kapazitätsgrenzen“. Aber die Anlage lohne sich. Das zeige das Beispiel Altpapier: 2010 habe die Stadt St. Wendel mit rund 2500 Tonnen Altpapier rund 180?000 Euro Gewinn gemacht.

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