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St. Wendeler Cheerleader gehören in Orlando zur Weltelite

Auch am Strand in Orlando/Florida zeigen die Saarländer ihre Hochleistungsperformance.

Auch am Strand in Orlando/Florida zeigen die Saarländer ihre Hochleistungsperformance.

Cheerleader: kreischend-quietschende Mädels wedeln mit sprußigen Pompons umher. Kurz vor Beginn eines großen Football- Spiels. Schlagen dazu noch ein paar Räder. Eine überholte Ansicht, die von Klischee-Filmen aus Hollywood herrührt.

Männer in der Überzahl

Ganz und gar anders ist das, was die St. Wendeler Mannschaft der Purple Diamonds auf die Beine stellt. Das ist mehr. Viel mehr. Hohe Kunst der Akrobatik schlechthin. Und beileibe kein reiner Mädelssport. Denn so wird ein Schuh draus: 17 athletische Männer und neun durchtrainierte Partnerinnen sind die rosa Diamanten, die international für Furore sorgen. Mit ihrer Performance lassen sie Teams aus anderen Staaten hinter sich. Wie zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Orlando. Dort, in Florida, nahe dem weißen Strand, gaben die Sportler des Turnvereins 1861 alles.

An zwei Tagen maßen sie sich mit Mannschaften unter anderem aus den Vereinigten Staaten und aus Puerto Rico. 33 Cheerleader-Gruppen präsentierten am ersten Tag ihre Choreografie mit gekonnten Stunts. Darunter die Vertreter aus unserer Heimat. Tags darauf waren noch 24 Gruppen am Start. Unsere Springer mit atemberaubenden Luftnummern und Flickflack-Künsten und Hebungen weiterhin dabei.

Auf dem ersten Platz landeten die Teilnehmer aus Bangkok. Und die Saarländer? Sie schafften es auf den zehnten Rang. Mächtig stolz ist die Truppe nach diesem Erfolg heimgekehrt. Coach Pablo Becker ist ebenfalls noch völlig begeistert. Damit lohnte sich das harte Training drei Mal pro Woche, jeweils mehrere Stunden. „Wir trainieren immer, Ob Hochzeit oder Geburtstag. Nur an Weihnachten nicht“, beschreibt er die hohe Trainingsmoral seiner Kollegen. Und wer krank ist und deshalb sportlich ausfällt, komme trotzdem ins Training, wenn’s zu machen sei. Um die Schritte und anderen Übungen wenigstens mitzubekommen. Dafür fahren einige unter anderem aus Saarbrücken, Illingen, Ottweiler, Freisen und Idar- Oberstein nach St. Wendel.

USA-Trainer für 4500 Euro

2008 taten sich die ersten zusammen. Der Trainer berichtet: „Drei Freundinnen haben in Wolfersweiler angefangen. Dann sind Jungs dazugestoßen.“ Mit Co-Trainerin Corinna Buff kümmert sich Becker um die 16- bis 28-Jährigen. Er ist, wie er versichert, „mit Leidenschaft dabei“.

Damit sich der Erfolg einstellt, investiere ihr Verein, der Turnverein (TV) 1861, viel Geld. So ließen sie zum Beispiel Trainer aus den USA anreisen. Zwei Trainer für einen Tag: Das koste den Club 4500 Euro inklusive Flug. „Und die Musik wird auch in den USA bestellt“, sagt Becker. Grund dafür: „Auf diesem Niveau muss man das professionell machen.“ Da setzten die Sportler alles dran. Auf der Bühne seien zurzeit bis zu 25 Tänzer zu sehen. Mit Springern zähle das Team 30 Leute. Dabei hat der TV zwei weitere Cheerleader-Gruppen: die Wild Diamonds, bei denen mit lediglich fünf Jungs die Frauen die Überhand haben, sowie der Nachwuchs der Mighty Diamonds (zehn bis 16 Jahre).

Bleibt eigentlich noch Zeit für andere Dinge, so professionell und zeitintensiv, wie die Mitglieder an die Sache herangehen? Sie verdienen ihr Geld mit klassischen Berufen. Buff beispielsweise ist Grundschullehrerin und Becker Versicherungskaufmann. Zurzeit studiert er in Birkenfeld Betriebswirtschaftslehre.

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