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St. Wendelerin soll 105 Jahre via E-Plus telefoniert haben

Von SZ-Redakteur Matthias Zimmermann

St..Wendel/Düsseldorf. Zahlen musste sie nicht dafür. Allerdings schockte die Textmitteilung beim ersten Blick auf ihr Handy: 921.216.Stunden soll die St..Wendelerin am schnurlosen Telefon zugebracht haben. Macht 38.384.Tage oder rund 1279.Monate. Umgerechnet über 105.Jahre. Das hätte ja eine enorme Rechnung für die E-Plus-Kundin werden können.

Doch die wird’s sicherlich nicht geben, versichert Klaus Schulze-Löwenberg. Der Konzernsprecher der Düsseldorfer E-Plus-Gruppe ist besorgt über den Ruf seines Unternehmens. Derartige Zwischenfälle, die Kunden verunsichern und sauer machen, dürften einfach nicht passieren. Der Ursache, wie es dennoch dazu kam, gingen derzeit Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters betriebsintern nach. Der 45-Jährige: „So kann man nicht mit Kunden umgehen.“ Übrigens sollten seinen Angaben zufolge von der Nummer aus überhaupt keine Textnachrichten, SMS verschickt werden.

Nach SZ-Recherchen handelt es sich bei der beanstandeten Funktelefonnummer (01.77) 1.27.14.14 um die eines Unternehmens, das E-Plus mit Kundenbetreuung beauftragte. Schulze-Löwenberg: „Wir haben die Nummer aus dem Verkehr gezogen. Sie kann nun nicht mehr genutzt werden.“ Der Sprecher wand sich darum, zu bestätigen, dass es sich um Missbrauch einer Kundenservicenummer durch seinen Konzern beziehungsweise einen Subunternehmer handle. Nur so viel: „Darüber sollte keine SMS verschickt werden“ – wie es aber nach Angaben des Vaters der betroffenen St..Wendelerin geschehen sei. Er hatte die ganze Sache mit seiner Anzeige bei der Polizei ins Rollen gebracht. Und daraufhin war E-Plus-Sprecher durch unsere Zeitung erst aufmerksam auf den Fall geworden.

Wenig später wurde bekannt, dass womöglich weitere E-Plus-Kunden bundesweit durch Anrufe über die jetzt gesperrte Nummer behelligt worden sein sollen. Ähnlich wie in St..Wendel, meldete sich aber niemand am anderen Ende der Leitung. Entsprechende Einträge verärgerter E-Plus-Nutzer sind zahlreich in Internetforen zu finden. Ob deshalb zudem Beschwerden bei E-Plus selbst eingegangen sind, wusste Schulze-Löwenberg nicht.

Aber: „Es reicht mir, was ich im Internet gesehen habe.“ Dort gehen zahlreiche Kunden davon aus, dass es sich um eine E-Plus-Kundendienstnummer handelt. Dazu der Konzernsprecher: „Wenn jemand von uns den Auftrag hat, mit Kunden in Kontakt zu treten, dann nicht so zur Verärgerung.“ Womit er indirekt die Vergabe der vom Netz genommenen Rufnummer an eine auswärtige, für E-Plus arbeitende Firma bestätigte.

Betroffen seien im Übrigen nur Kunden, die zulassen, dass sie E-Plus für Werbezwecke kontaktiert. Wer nicht will, per SMS, E-Mail, Post oder Anruf Werbeangebote zu erhalten, könne dies dem Unternehmen melden. Schule-Löwenberger: „Entweder geht dieser Widerspruch direkt bei Vertragsabschluss. Oder auch jederzeit danach über die Hotline, im Internet oder in einem unserer Shops.“ Aber auch der klassische Weg per Post sei drin.
Eine einheitliche Nummer oder Internetadresse gebe es nicht, da die E-Plus-Gruppe mehrere Angebote hat, beispielsweise Base, Aldi-Talk, Blau, Ay Yildiz und Simyo.


:: Telefonitis: Tochter soll 921.216 Stunden am Handy gehangen haben


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