L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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St. Wendler Pfarrerstreit spitzt sich zu

St. Wendel/München. Hat Klaus Leist als Dechant in Völklingen an Drohbriefen gegen den damaligen Köllerbacher Pfarrer Guido Ittmann mitgewirkt und so Mitschuld an dessen Flucht zu Ostern 2011 aus seiner Kirchengemeinde? Christoph Lerg hält diese Behauptung des mittlerweile im Bistum Paderborn tätigen Pastors für abwegig. Der Anwalt aus München vertritt den seit Jahresbeginn in St.?Wendel eingesetzten katholischen Geistlichen Leist. „Warum sollte mein Mandant ein Interesse haben, Herrn Ittmann zu verjagen?“ Als Beweis führt er an, dass die betroffene Kirchengemeinde Herz Jesu „bis heute keinen neuen Pfarrer“ habe.

Die von Ittmann gegen Leist eingereichten Asservate hält der Advokat für fragwürdig. Es handle sich um etwa zehn Schriftstücke. „Ich stelle in Abrede, dass darunter Drohbriefe sind.“ Aber: „Zwei bis drei davon enthalten eklatante Beleidigungen, da gibt es nichts zu beschönigen.“ Er ist sicher, dass die Briefe keine Abwehr darauf sind, dass Ittmann mutmaßlich sexuelle Übergriffe auf Kinder durch Pater und Pfarrangehörige anzeigte. Es gehe „nicht um die Vertuschung von sexuellen Missbrauchs, sondern dass Gemeindeangehörige stinksauer auf Ittmanns Verhalten waren“. Dies betreffe unpopuläre Entscheidungen zur Kirchenstruktur, die, vom Bistum Trier gefordert, Ittmann habe umsetzen müssen. Die Art, wie er dies tat, habe die Briefe verursacht. „Es gab einen Riss durch die Gemeinde.“

Außerdem habe Klaus Leist zu keiner Zeit sexuellen Missbrauch vertuscht, wie es Ittmann ihm vorwirft. Vielmehr habe Ittmann ihm Infos aus „dritter, vierter Hand“ weitergeleitet. Lerg: „Darauf reagierte mein Mandant: Er halte diese für absolute Gerüchte, so lange er keine vernünftigen Ansatzpunkte, nichts Greifbares habe.“ Darauf habe Ittmann Strafanzeige gestellt, jedoch die Staatsanwalt wegen vager Angaben nicht ermittelt. Nur ein Fall sei bis zu den Ermittlern vorgedrungen. „Dieser strotzte vor Ungereimtheiten und hat nichts weiter ergeben“, sagt der Anwalt.

Was Leists vermeintliche Fingerabdrücke auf den als von Ittmann als Drohbriefe bezeichneten Schreiben betrifft, hält Lerg gegen. Zum einen handle es sich ausschließlich um Material, dass Ittmann bereitstellte. Zum anderen seien an den meisten Briefen keine Abdrücke entdeckt worden. An einem Blankoumschlag habe es Hinweise auf Leist gegeben. Lerg: „Herr Leist hat als Völklinger Dechant seinen Priestern Einladungen, Sitzungsprotokolle geschickt, ohne zwangsläufig den Adressaten aufs Kuvert zu schreiben. Ich will nichts unterstellen, aber wieso sollte nicht solch ein Umschlag daruntergeraten sein?“ Zudem könne Lerg nicht nachvollziehen, warum Fingerabdrücke erst auf einem Klebstreifen eines Umschlags sind und später derselbe Streifen für einen Zeitungsausschnitt genutzt worden sein soll. Für Lerg sind die Angaben über den Verfasser nichts als „Mutmaßungen“.

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