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Staatsanwalt lässt an der Berliner Promenade graben

Die Promenade soll aufgegraben werden - angeblich wurde Billigmaterial verbaut.

Die Promenade soll aufgegraben werden - angeblich wurde Billigmaterial verbaut.

Der St. Ingberter Rechtsanwalt Franz Abel meldet sich als Insolvenzverwalter des Völklinger Bauunternehmens, das unter anderem beim Bau der Berliner Promenade in Saarbrücken wirkte, mit deutlicher Kritik am ermittelnden Staatsanwalt zu Wort. Der Chef der insolventen Völklinger GmbH sitzt seit Monaten in Haft. Das Landgericht Saarbrücken hat ihn im Dezember 2013 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt, unter anderem wegen Korruptionsdelikten in Zusammenhang mit einem Klinikneubau in Homburg.
Der Staatsanwalt hat zwischenzeitlich neue Ermittlungen eingeleitet, interessiert sich für die Vorgänge beim Bau der Saarbrücker Uferpromenade. Ein Ex-Mitarbeiter des Unternehmers hat den Ermittlern Hinweise auf angebliche Unregelmäßigkeiten gegeben. Wie es heißt, soll zumindest teilweise minderwertiges Material verarbeitet worden sein. Der Staatsanwalt hat Sachverständige eingeschaltet, die voraussichtlich in den nächsten Tagen die Uferpromenade zwischen Wilhelm-Heinrich- und Luisenbrücke an etwa 15 Stellen aufgraben lassen wollen. Es soll geklärt werden, ob etwa Recyclingschotter oder der berechnete und teuere Naturschotter verbaut wurde. Zudem ist auch die Rede davon, dass der Untergrund möglicherweise schlecht verdichtet und entsprechende Protokolle manipuliert wurden.
Nach einem Bericht unserer Zeitung über die geplante Aktion von Staatsanwalt und Gutachtern stellt

Insolvenzverwalter Abel fest: „Jeder Fachmann und nach kurzer Erklärung jeder Laie kann Natursteinschotter von Recyclingschotter visuell sofort unterscheiden.“ Für das Saarbrücker Projekt sei Naturschotter ausgeschrieben gewesen. Wenn alle entsprechenden, in der Schlussrechnung aufgeführten Positionen tatsächlich mit Recyclingmaterial statt mit dem geforderten Naturschotter ausgeführt worden wären, errechne sich bei einem Preisunterschied von drei bis fünf Euro pro Tonne „ein Minderpreis von 19?178 Euro“. Abel geht aber davon aus, dass zum größten Teil Naturschotter an die Baustelle geliefert wurde. Er benennt namentlich vier Mitarbeiter der Stadt Saarbrücken, den Projektsteuerer, sowie fünf Vertreter von Architekten- und Ingenieurbüros, die „die Baustelle und damit verbunden den Schottereinbau täglich, ja fast stündlich, überwacht“ haben. Auch die Tragfähigkeit des Untergrundes sei nach Erkenntnissen der Insolvenzverwaltung „überhaupt nicht gefährdet“.

Abel weiter: „Ob es bei diesen jederzeit überprüfbaren Sachverhalten Sinn macht, aufgrund der Hinweise eines früheren Mitarbeiters des Unternehmens, der ebenfalls hinter Gittern sitzt, die Berliner Promenade an 15 Stellen aufgraben zu lassen“, sei nach seiner Ansicht „mehr als fraglich“.
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