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Staatsanwaltschaft räumt Verfahrensfehler gegen Saarbrücker ein

Die Rehabilitation des Saarbrückers Rudolf Clövers, der wegen angeblichen Missbrauchs seiner Kinder zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, ist angelaufen. Die Staatsanwaltschaft hat gestern Verfahrensfehler eingeräumt.

Saarbrücken/Paris. Die Chancen steigen, dass der Saarbrücker Rudolf Clövers (56), der 1997 in Montpellier in Südfrankreich zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, demnächst vom Makel des Kinderschänders befreit wird. Denn das oberste Berufungsgericht Frankreichs, der Cour de Cassation, hat gestern entschieden, dass die Einwände gegen das Urteil, das vor fast 13 Jahren vom Schwurgericht in Montpellier gefällt wurde, eine neue Untersuchung des spektakulären Falles rechtfertigen.

Nach Informationen unserer Zeitung wurde gestern von der Staatsanwaltschaft in Paris anerkannt, dass die Aussagen der damals acht Jahre alten Tochter Sabrina, die angeblich missbraucht worden war, geeignet sind, eine Revision zu begründen. Ferner ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass das Ermittlungsverfahren nicht ganz einwandfrei gelaufen sei. Des Weiteren habe, wie es heißt, die Staatsanwaltschaft vor Gericht einen Antrag auf eine erneute Anhörung der Kinder gestellt. Eine Entscheidung über diese neue Sachlage soll der Gerichtshof am 8. Februar treffen. Als erster Erfolg des Metzer Rechtsanwalts Ralph Blindauer, der Clövers vertritt, wird bereits gewertet, dass die Staatsanwaltschaft eine Neueröffnung des Missbrauchsverfahrens nicht abgelehnt hat.

Wie bereits mehrfach berichtet, waren im Jahr 1997 die Eheleute Rudolf und Elke Clövers in Montpellier wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs ihrer beiden Kinder Florian (11) und Sabrina (8) zu zwölf beziehungsweise zwei Jahren Haft verurteilt worden. Beide haben ihre Strafe verbüßt, wobei der Vater nach sieben Jahren wegen guter Führung entlassen wurde. Seitdem kämpft er für eine Revision des Verfahrens und um seine Rehabilitation.

Dies wird ihm allerdings dadurch erschwert, dass er nach seiner Ausweisung im Anschluss an die Haft nicht wieder nach Frankreich einreisen darf. Und dies, obwohl eine lothringische Instanz bereits entschieden hat, dass von Clövers „keine Bedrohung der öffentlichen Ordnung“ mehr ausgehe. Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ihrer Kinder war gegen die Clövers’ 1996 in ihrem Sommerurlaub im südfranzösischen Sète auf einem Campingplatz erhoben worden. Dort hatte eine Nachbarin, über die sich die Saarbrücker Familie zuvor wegen ihres kläffenden Hundes beschwert hatte, ausgesagt, die Eltern hätten sich mehrfach an ihren Kindern vergangen. Doch war vom Gericht auch festgestellt worden, dass das Mädchen noch seine Unschuld besaß. Und die Eltern beteuerten, dass sie weder die Tochter noch den behinderten Sohn je missbraucht hätten.

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