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Staatstheater: Trotz Sanierung fällt nichts aus

Die Bühnentechnik im Staatstheater muss erneuert werden. Die Saison geht jedoch weiter.

Die Bühnentechnik im Staatstheater muss erneuert werden. Die Saison geht jedoch weiter.



Saarbrücken. „Wann wird denn nun die Bühnentechnik erneuert?“ – eine Frage, mit der die Mitarbeiter des Saarländischen Staatstheaters (SST) derzeit täglich bombardiert werden. Der kaufmännische Direktor Matthias Almstedt gibt Entwarnung: Bis Ende März nächsten Jahres bleibe alles wie gehabt. Erst ab Ostern 2013 verwandelt sich das SST für sieben Monate in ein Containerdorf mit rund 50 Handwerkern und Monteuren. „Aber wir stellen den Spielbetrieb weder ein noch spielen wir weniger“, so Almstedt.

Alte Feuerwache und Sparte4 sowie Verwaltung, Werkstätten und Probebühnen sind von der Sanierung ohnehin nicht beeinträchtigt. Nicolai Gogols „Revisor“ ist die letzte Premiere der aktuellen Spielzeit, die im Großen Haus läuft; mit der Dernière der „Rocky Horror Show“ am 28. März wird das Staatstheater sozusagen leer gerockt. Vom 2. April 2013 bis zu den Sommerferien 2013 werden fürs Große Haus konzipierte Vorstellungen dann in vier Ersatzspielstätten ausgelagert. Als Ausweichquartier mit zwei Spielstätten à 500 Plätzen ist etwa die Industriekathedrale Alte Schmelz in St. Ingbert gebucht, wohin die Operettengala „Lieber reich, aber glücklich“, Brittens Oper „The turn of the screw“ und Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ umziehen.

Verdis „Rigoletto“ wandert in die Gasgebläsehalle des Völklinger Weltkulturerbes, wo ebenfalls zwei separate Tribünen aufgebaut werden sollen. Gioachino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ wird in der Saarbrücker Christkönig-Kirche aufgeführt. Dem Tanztheater („Liebe, schwarz-weiß“, „Casa Azul“ und „Schwanensee, aufgetaucht“) bietet das Forbacher Le Carreau Asyl. Für das Publikum ist ab SST ein kostenloser Bus-Shuttle geplant. Bustransfers wird es wohl auch für die jeweiligen Ensembles und Produktionsteams geben, denn spätestens ab der technischen Einrichtung muss vor Ort geprobt werden. Ein logistischer Kraftakt, vor allem für den Kommissarischen Technischen Direktor und Technischen Produktionsleiter Ralf Heid, der mit dem vorhandenen Personal auskommen muss: Neueinstellungen seien finanziell nicht drin, so Almstedt.

Nach den Sommerferien stehen die auswärtigen Spielstätten nicht mehr zur Verfügung, weshalb von August bis mindestens Allerheiligen 2013 ein Theaterzelt auf dem Tbilisser Platz den Repertoirebetrieb auffangen soll. Dass man in den Ausweichquartieren mit eingeschränkten Möglichkeiten klarkommen muss, nimmt die Theaterleitung sportlich – Almstedt betrachtet es als „eine Herausforderung an die Kunst“. Die Komplettsanierung der Ober- und Untermaschinerie der Hauptbühne sei unumgänglich, so Almstedt, weil in jüngster Zeit Vorstellungen unkalkulierbar beeinträchtigt wurden. Heid nennt drei Haupt-Baustellen: die Stahlkonstruktion von 1938, die Hydraulikanlage für die Podien von 1982 und die Computersteuerung von 2001.

Die Vorbereitungen für den Umbau begannen im Herbst 2011; in einem VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistung) mit dem Landesamt für Zentrale Dienste und dem Amt für Bau und Liegenschaften wurden mit Projektmanagement, Ingenieur- Leistungen und technischer Ausrüstung zwei Firmen aus Berlin und Bayreuth beauftragt. Weil das Staatstheater im Oktober kommenden Jahres 75 Jahre alt wird, ist zur Wiedereröffnung eine Jubiläumsfeier geplant – durchaus heikel bei einem Bau, der 1938 ein Geschenk des NS-Staates war.


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