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Stadion-Thema kocht wieder hoch

Saarbrücken. Die Mitglieder-Versammlung des 1. FC Saarbrücken am Donnerstagabend hatte Unterhaltungswert, keine Frage. Sie war emotional, sie war direkt, sie war polemisch, sie war politisch, sie war vage, sie war lange.

Vier Stunden dauerte es, bis der neue Aufsichtsrat gewählt war. Reinhard Klimmt bleibt dessen Vorsitzender. Er habe eine Zusage von Karl Rauber, Chef der Staatskanzlei, dass das Land gemeinsam mit der Stadt Saarbrücken ein Stadion baue. Davon hatte er seine Kandidatur abhängig gemacht. Egon Schmitt, Michael Arnold, Franz J. Abel und der zurückgetretene Präsident Horst Hinschberger heißen die restlichen vier gewählten Ratsmitglieder, die schlussendlich Paul Borgard zum Präsident bestellten sowie Harald Ebertz als Vize und Dieter Weller als Schatzmeister bestätigten.



Klimmt weckt Stadion-Hoffnungen
Politisch und vage war die Rede von Klimmt. Auf diese hatten die 500 anwesenden Mitglieder mit Spannung gewartet – wegen des Stadions. „Es gibt Pläne. Ein Ingenieurbüro klärt noch mit der Stadt Details.“ Wann Baubeginn sein wird? „Das hängt von der Finanzierung ab“, sagte Klimmt, „die Verteilung der Kosten ist noch nicht geklärt“. Der Bau soll von Stadt und Land finanziert werden, eventuell mit einem Dritten, der laut Klimmt „bis zu einem gewissen Umfang auch der Verein sein könnte“. Nach SZ-Infos soll das Stadion bis zu 35 Millionen Euro kosten.  Klimmts Überzeugung in die Zusagen gipfelte in seinem Satz: „So viel Vertrauen habe ich in die Politik noch.“

Britz: Keine konkreten Zusagen
Charlotte Britz, Saarbrückens Oberbürgermeisterin, erklärte am Freitag: „Ich fand es nicht sehr glücklich, so vorzupreschen, ohne dass konkrete Zusagen vorliegen.“ Dennoch ist sie „optimistisch, dass wir ein bundesligataugliches Stadion bekommen, wenn Stadt, Land und Verein an einem Strang ziehen“.

Eine Planung, wie das Stadion künftig aussehen und finanziert werden soll, habe die Stadt bereits als Diskussionsgrundlage erarbeitet. „In den Gesprächen mit dem Präsidium des FCS ist klar geworden, dass die Vorstellungen von Stadt und Verein nahe beieinander liegen. Nach unserem letzten Treffen am 2.September wollte die Vereinsspitze mit dem Land abklären, in welcher Höhe sich die Landesregierung an dem Projekt beteiligt. Erst wenn diese Zahl vorliegt, werden wir dem Stadtrat das Projekt zur Entscheidung vorlegen können.“

Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte, dass die Zusage Raubers „nichts Neues sei, das steht ja auch schon im Koalitionsvertrag“. Über Zahlen gab er keine Auskunft. Borgard wird sie demnächst einfordern. Der 62-jährige Mitarbeiter des Innenministeriums war zuvor Sportdezernent der Landeshauptstadt, und für ihn sei ein Stadionbau eine „Mammutaufgabe“, die er in seiner Amtszeit angehen will. Als Dezernent „ist mir das ja leider nicht gelungen“, sagte der FCS-Präsident.
Hinschberger hält Abschiedsrede
Emotional war die Abschiedsrede von Horst Hinschberger.  Nach dem Rückblick auf seine gut drei Jahre Amtszeit („das FCS-Schiff ist wieder auf Kurs“) versagte ihm die Stimme, als er zu seinen letzten Präsidenten-Sätzen ansetzte. Unter Tränen bedankte er sich bei der „FCS-Familie“ und fiel Weller und Ebertz um den Hals.

Direkt und polemisch war die Rede von Weller. Mit einem 70er-Jahre-Diaprojektor projizierte er Zahlen in farbigen Diagrammen an die Wand. Er zeigte, dass das Vereinsvermögen mit 1,7 Millionen Euro in den Miesen sei, dass der FCS einen Gesamtetat von über 5,5 Millionen Euro umsetze. Er verteidigte sehr lautstark den Vertrag mit der Bitburger Brauerei, begründete die Entscheidung gegen Karlsberg auch mit seinem Geschmackssinn, hauptsächlich aber mit Zahlen.

Polemisch wurde er bei seiner Ansage an die Frauenabteilung. Angesichts ihres Etats von 716000 Euro empfahl er: „Genießen Sie den Schutz der FCS-Mama. Draußen werden Sie die raue Wirklichkeit erleben. Behalten Sie die Füße unterm Tisch und bringen Sie Leistung.“

Hintergrund
Fußball gespielt wird beim 1. FC Saarbrücken immer noch im alten Ludwigspark. Am Samstag ist um 14 Uhr RW Erfurt zu Gast. FCS-Trainer Jürgen Luginger muss auf Ufuk Özbek (U19 der Türkei), Marcel Schug (verletzt) sowie Nico Weißmann und Giuseppe Pisano (beide Trainingsrückstand) verzichten. Der Einsatz von Alexander Otto ist nach einem Schlag auf die Wade offen.




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