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Stadt Saarbrücken bleibt hart: Ohne Leihgebühr keine Schulbücher

Saarbrücken. Rund 100 Schüler in den Saarbrücker Grundschulen sind zwar für die Schulbuchausleihe angemeldet. Doch der Großteil hat die Bücher immer noch nicht. Einer der Gründe: Die Eltern haben die Gebühr nicht bezahlt. Darauf haben Amtsleiter Günther Buth und seine Stellvertreterin Gisela Werner gestern im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung hingewiesen.

Im vergangenen Jahr habe die Stadt die Bücher schließlich doch an alle Kinder verteilt. Doch das sei seit einer neuen Vereinbarung zwischen Land und Kommunalverbänden nicht mehr möglich, sagte Buth. Die Eltern müssten die Gebühr von 40 Euro zahlen oder nachweisen, dass ihre Kinder die Bücher kostenlos bekommen, weil die Eltern staatliche Leistungen wie Hartz IV erhalten, sagte Werner. Sonst dürfe die Stadt die Bücher nicht herausgeben. Das gelte auch, wenn die Eltern noch Schadenersatz wegen beschädigter Bücher aus dem Vorjahr zahlen müssten.

Die Grundschüler ohne Bücher bekämen von ihren Lehrerinnen und Lehrern derzeit Kopien, damit sie am Unterricht teilnehmen können, sagte Werner. Für Buth liegt der Fehler im System: „Diese Kinder werden stigmatisiert.“ Deshalb spricht er sich dafür aus, künftig die Bücher kostenlos an alle Schüler zu verteilen. Der Verwaltungsaufwand sei zurzeit riesig. Ministerium, Stadt, Lehrer und Eltern müssten sich zusammensetzen, um das Problem zu lösen. Wenn die Bücher wie geplant Ende 2011 komplett ausgetauscht werden sollen, wäre nach Meinung Buths ein guter Zeitpunkt, um über ein neues System nachzudenken. Dann müsse auch über die Finanzierung gesprochen werden, meinte der Amtsleiter.



Werner wies darauf hin, dass einige Eltern ihre Kinder zwar zur Ausleihe angemeldet hätten, dann aber doch die Bücher selbst gekauft haben. Trotzdem müssten sie die Gebühr bezahlen. Werner hofft, dass Eltern, die noch nicht gezahlt haben, aber einen Anspruch auf Erstattung der Kosten haben, noch bis Monatsende zum Amt für Ausbildungsförderung gehen und sich den Bescheid abholen, dass sie förderberechtigt sind. Dann erhielten die Kinder sofort ihr Buchpaket. Bereits vor der Ausleihe habe die Stadt auf dieses Verfahren hingewiesen. Doch das sei nicht bei allen Eltern angekommen. 72 Prozent der Grundschüler nehmen an der Schulbuchausleihe teil, 2009 waren es 77 Prozent.

An den weiterführenden Schulen im Regionalverband sind derzeit noch 80 Schüler ohne Bücher, sagte Sprecher Stefan Kiefer. Die meisten Eltern hätten einen Anspruch auf Kostenerstattung. „Wir gehen jedem Einzelfall nach“, sagte Kiefer. 15.700 Schüler nehmen an der Ausleihe teil, das seien 700 mehr als im Vorjahr. Auch Regionalverbandsdirektor Peter Gillo stellte klar, dass er die Bücher erst herausgeben werde, wenn die Eltern bezahlt haben oder den Antrag auf Freistellung vorlegen.

Eltern können ihre Anträge beim Amt für Ausbildungsförderung, Passagestr. 2-4, Tel. (06.81) 9.05.49.43, stellen.
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