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Stadt St. Wendel verliert durch Schaadt-Insolvenz mehr als 60 000 Euro

Nachrichten aus der Region St. Wendel.

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St. Wendel. Eine Institution in St. Wendel ist für immer geschlossen: Das Porzellan- und Haushaltwarengeschäft in der Schlossstraße gegenüber der Basilika hat Insolvenz angemeldet. Das Geschäft, das der Kesselschmied Peter Schaadt 1895 gegründet hatte, wurde über vier Generationen von der Familie geführt. Im Oktober 2008 schied Peter Schaadt, ein Nachfahre des Firmengründers, aus dem Betrieb aus. Anett Albrecht und Doris Kubba übernahmen das Geschäft.

Anfang Februar 2010 verkaufte Peter Schaadt dann das Gebäude an die Stadt St. Wendel. Bürgermeister Klaus Bouillon bedauert, dass mit der Insolvenz die St. Wendeler Innenstadt ein weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntes Fachgeschäft verliert. Die Stadt habe aber ihr Möglichstes getan, das alteingesessene Fachgeschäft zu halten. „Als wir das Gebäude am 1. Februar 2010 übernommen haben, übernahmen wir auch den mit dem Voreigentümer abgeschlossenen Mietvertrag. Darin war eine Monatsmiete von 6500 Euro für das Gebäude festgelegt“, berichtet der Bürgermeister. Bereits am 15. März 2010 hätten die Inhaberinnen Antrag auf Mietminderung gestellt. Nach eingehender Prüfung habe die Verwaltung dem Antrag entsprochen und die Monatsmiete ab Juni 2010 um 1000 Euro gesenkt. „Im Interesse der Branchenvielfalt in der Innenstadt hat die Verwaltung dann auch noch einer weiteren Bitte um Mietminderung entsprochen. Ab 28. Dezember 2010 wurde die Monatsmiete um weitere 2500 Euro auf jetzt 3000 Euro gesenkt.“ Damals sei auch vereinbart worden, dass die Mietrückstände beglichen werden. „Bis heute ist das noch nicht geschehen“, erklärt Bouillon. Die Stadt verliere damit 32 115 Euro.

Rechne man die Mietminderung hinzu, sei der Stadt unter Umständen ein Schaden von über 60 000 Euro entstanden. Die Stadt wird das Ladenlokal Schaadt allerdings nicht mehr vermieten, erklärt der Bürgermeister. Von den Umbauarbeiten im benachbarten Haus Colbus werde auch das Haus Schaadt betroffen. Zudem sei geplant, den Anbau in Richtung Mia-Münster-Haus an das Haus Schaadt abzureißen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen werden, wie Bouillon erklärt, das Haus Colbus und das Haus Schaadt im Erdgeschoss eine Einheit, ein großes Ladenlokal bilden.

„Sehr schade“. Wolfgang Zeyer, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „In St. Wendel tut sich was“, bedauert, dass eine wichtige Branche jetzt nicht mehr in der Stadt vertreten ist. Die Probleme seien allerdings so groß geworden, dass das Geschäft nicht mehr zu halten gewesen wäre. Die Aktionsgemeinschaft sei intensiv bemüht, ein ähnliches Geschäft für die Innenstadt zu gewinnen. Denn ein reichhaltiger Branchenmix sie wichtig für die Qualität der Innenstadt.

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