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Stadt bezwingt Bücherberg

Saarbrücken. Wenn die 5600 Saarbrücker Grundschüler am 24. August ihre Klassenzimmer betreten, sollen auf ihren Tischen ordentlich gebündelte Pakete liegen. Inhalt: die Bücher für das an diesem Tag beginnende Schuljahr. Ein Schuljahr, für das Eltern erstmals im ganzen Saarland Bücher leihen können. Das Ganze ist freiwillig, die Stadt geht aber davon aus, dass 70 bis 80 Prozent der Grundschüler das Angebot annehmen. Das teilte Schul- und Kulturdezernent Erik Schrader gestern auf Anfrage mit.

Er ist zuversichtlich, dass die Stadt, die Trägerin der 27 Grundschulen ist, die Ausleihe rechtzeitig organisieren kann. Einfach sei das aber nicht. Denn die Stadt muss wohl über 40 000 Bücher kaufen, in eine Schutzfolie einbinden und in einem Computersystem registrieren. Es könne sein, dass am ersten Schultag nicht jedes Buch schon eingebunden ist, sagt Schrader. Das werde die Stadt wohl bei der Menge Bücher nicht schaffen, obwohl sie Hilfskräfte einstellt. „Es kann sein, dass wir von den Kindern einige Bücher übers Wochenende nochmal zurückverlangen müssen, damit sie eingebunden werden können“, kündigt Schrader an.

Für die Saarbrücker Buchhändler hat er eine gute Nachricht: Damit die Stadt den Großauftrag nicht europaweit ausschreiben muss, werde jede Grundschule ein Konto eröffnen und darüber die Bezahlung der Bücher abwickeln. Die Eltern werden vom städtischen Schulamt kurz vor oder kurz nach den Osterferien angeschrieben, so dass die Stadt im Mai in etwa wisse, wie viele Kinder teilnehmen und wie viele Bücher gebraucht werden. Die Stadt werde die Bücherbestellung dann möglichst schnell aufgeben. Es sei aber nicht auszuschließen, dass das ein oder andere Buch zum Schuljahresbeginn noch fehle. Es sei mit Lieferschwierigkeiten zu rechnen.

Mehr Arbeit kommt ab August auf die Schulsekretärinnen zu. Sie sollen als so genannte Schulbuchkoordinatorinnen dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Im Gegensatz zu den Lehrerinnen und Lehrern, die dem Kultusministerium unterstellt sind, unterstehen die Sekretärinnen als städtische Mitarbeiterinnen dem Schulamt. Sie sollen für ihre zusätzliche Arbeit auch zusätzliche Stunden bezahlt bekommen, sagt Schrader.

Unklar sei noch, was zu tun ist, wenn Bücher nicht mehr abgegeben werden. Anders als in der Stadtbibliothek gebe es bei der Schulbuchausleihe keinen Vertrag, der die Haftung für die Bücher vorsieht, erklärt Schrader. „Wir müssen einen gewissen Verlust an Schulbüchern einkalkulieren“, sagt er. Ob das Geld, das das Land der Stadt überweist, am Ende reicht, um die Schulbuchausleihe zu finanzieren, habe die Stadt „noch nicht abschließend hochgerechnet“, sagt Schrader. Bis zur Stadtratssitzung am 31. März sollen Zahlen vorliegen.
Martin Rolshausen 
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