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Stadt sucht händeringend Erzieherinnen

Eltern sind sauer, weil städtische Kindertagesstätten ihr Betreuungsangebot einschränken. Kinder sind verwirrt, weil ständig andere Erzieherinnen und Erzieher in ihrer Kita auftauchen. Und die 487 städtischen Erzieherinnen und Erzieher „gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Bernd Schumann. Er ist Vorsitzender des städtischen Personalrats und befürchtet das, was auch den Verantwortlichen im Rathaus Sorgen macht: Wenn der Arbeitsdruck aufs Personal in den Kitas zunimmt, könnte das dazu führen, dass noch mehr von ihnen ihren Job aufgeben oder zu anderen Trägern, etwa den Kirchen oder Sozialverbänden, wechseln.

Neun Erzieherinnen haben das im vergangenen Jahr getan. Insgesamt, teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug gestern auf SZ-Anfrage mit, haben 2015 zwölf städtische Mitarbeiter gekündigt. Dass neun davon Erzieherinnen waren, deutet darauf hin, dass die Sorgen um das Ansehen des Berufs nicht unbegründet sind.

25 Stellen sind zurzeit unbesetzt in den 20 städtischen Kitas (die SZ berichtete), 19 zusätzliche Stellen sollen geschaffen werden, hieß es vergangene Woche aus dem Rathaus. Gestern nun teilten Blug und der zuständige Bildungsdezernent Thomas Brück (Grüne) mit, dass man für die 25 Stellen Personal suche und zunächst für zwölf Springerstellen. Dieses Personal könne man nach neuen Informationen aus dem Personalamt einstellen, ohne dass der städtische Haushalt neu berechnet werden müsse. Es habe da „Reserven“ gegeben.

Die Besetzung weiterer sieben Erzieherstellen für die Grundschulen müsse man mit dem Land, das den Haushalt genehmigen muss, abstimmen.

Das Problem ist aber nicht nur das Geld. Zur letzten Vorstellungsrunde Ende Februar habe man 17 Bewerber eingeladen, sagt Bernhard Teich, der Leiter des städtischen Amts für Kinder und Bildung. Zehn Bewerber kamen, davon war einer ungeeignet und sechs waren noch in der Ausbildung, können frühestens im Sommer eingestellt werden. Es blieben am Ende drei neue Mitarbeiter. Teich und Brück hoffen nun auf die nächste Bewerberrunde am 21. März.

„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, sagt Teich. Aber wenn es gelinge, nicht nur die regulären freien Stellen, sondern auch zwölf Springer einzustellen, dann werde der Beruf durch diese Art der Arbeitsentlastung wieder attraktiver. Das bringe mehr, als mehr Geld zu zahlen.

Das fordert Bernd Schumann, der Vorsitzende des städtischen Personalrats. Wenn es „Probleme bei der Personalgewinnung“ gebe, lasse es das Tarifrecht zu, mehr zu zahlen. Es gebe Städte, die so etwas seit Jahren machen, um genug Erzieherinnen zu haben. Saarbrücken sei eine „Haushaltsnotlage-Stadt“ hält Brück dagegen, „da geht nichts über den Durst“. Geht es doch, sagt Schumann, bei Computer-Fachleuten und Ingenieuren werde teilweise auch mehr gezahlt.

Informationen für Bewerber gibt es unter E-Mail bildung@saarbruecken.de

 
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