A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

A8

Priorität: Normal

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Stadt verkauft IT-Park ans Land

Für die 55 Firmen, die im IT-Park Saarland ansässig sind, soll sich nichts ändern. Die Vermarktung der noch freien Flächen soll aber neuen Schwung bekommen, sagen CDU und FDP.

Saarbrücken. Die städtische Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) wird ihren Burbacher IT-Park Saarland für 11,3 Millionen Euro ans Land verkaufen. Das hat der Stadtrat gestern beschlossen. SPD und Grüne stimmten gegen den Verkauf. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) schlug vor, in einem "Zwischenschritt" zunächst weitere Gespräche mit dem Land zu führen. Die CDU/FDP-Stadtratsmehrheit setzte den Verkauf durch.

Der IT-Park gilt als einer der bedeutendsten Standorte für technologieorientierte Unternehmen im Saarland. Der IT-Park Saarland ist hervorgegangen aus dem Saarbrücker Innovations- und Technologiezentrum (Sitz), das auf die benachbarte, 80 000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Alsbachschachtes erweitert wurde. "Die Wirtschaftsstruktur ist gekennzeichnet sowohl von etablierten Firmen aus den Branchen Informationstechnologie und Medien als auch einer Existenzgründerszene in Verbindung mit der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Zu nennen ist insbesondere die IDS Scheer AG, die bis heute zirka 600 Arbeitsplätze auf der Fläche realisiert hat", wirbt die GIU für den IT-Park. Insgesamt seien auf dem Gelände in 55 Unternehmen rund 1300 Arbeitsplätze geschaffen worden.

Weil "seit Jahren Stillstand" herrsche im IT-Park solle das Land das Management übernehmen, begründete der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Peter Strobel, den Verkauf. Für die Firmen, die Mieter sind, ändere sich dadurch nichts.  Die CDU habe aber "die Hoffnung, dass es mit den neuen Besitzern wieder mehr Bewegung auf der Fläche gibt".

SPD und Grüne sehen keinen Grund für Hoffnung, sondern vor allem offene Fragen. Das Sitz und der aus ihm entstandene IT-Park sei "über Jahre hinweg eines der erfolgreichsten Gründerzentren der Bundesrepublik gewesen", zusammen mit den Saarterrassen "das Herzstück des Strukturwandels in Burbach", sagte der SPD-Stadtverordnete Peter Bauer. Die SPD könne zunächst keinen Vorteil darin sehen, dieses Gelände ans Land zu verkaufen. Zumal die hoch verschuldetet GIU keinen finanziellen Vorteil daraus habe.

Rechne man alle Einnahmen, die die Vermietung von Flächen der GIU zurzeit bringe gegen und lege die elf Millionen Euro auf zehn Jahre zu fünf Prozent an, dann ergebe sich ein jährlicher Gewinn von knapp 80 000 Euro hatte Finanzdezernent Frank Oran ausrechnen lassen.

SPD und Grüne zweifelten diese Rechnung an. Wenn sich der Prozentsatz nur geringfügig nach unten verändere, werde aus dem Verkauf ein Minusgeschäft. Im günstigsten Fall schreibe die GIU dadurch eine "schwarze Null", mutmaßte der Grünen-Stadtverordnete Hajo Bruns.

Der Bitte von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD), die auch Aufsichtsratsvorsitzende der GIU ist, vor der Entscheidung noch ein klärendes Gespräch mit der Landesregierung zu führen, lehnten CDU und FDP ab. Es gehe beim Projekt IT-Park "ums Herzblut der SPD", sagte Strobel. Und: "Das interessiert uns aber herzlich wenig, es geht um die Interessen unserer Stadt."

SPD-Mann Bauer kündigte an, dass die SPD im neuen Stadtrat, der am 7.  Juni gewählt wird, versuchen werde, die Entscheidung rückgängig zu machen.







Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein