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Stadtkonzern VVS will Energie erzeugen

Die Simulation zeigt es: So soll das von der VVS geplante Heizkraftwerk Südraum im Industriegebiet Süd aus der Vogelperspektive aussehen. Zuvor soll noch eine alte Anlage demontiert werden.

Die Simulation zeigt es: So soll das von der VVS geplante Heizkraftwerk Südraum im Industriegebiet Süd aus der Vogelperspektive aussehen. Zuvor soll noch eine alte Anlage demontiert werden.

Saarbrücken. Die Fernwärme für die Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft Saarbrücken (VVS) und städtische Gebäude, die mit Fernwärme versorgt werden, soll von 2011 an aus dem Industriegebiet Süd kommen. Dort, zwischen ZF Getriebe und Mercedes, plant die VVS, auf einer Grundfläche von 1000 Quadratmetern, eine Gas- und Dampfkraftanlage. Diese hat nicht nur die Aufgabe, städtische Töchter mit preiswerter Wärme zu versorgen, sondern auch die Netzverluste auszugleichen. Der Aufsichtsrat gab jetzt grünes Licht.
 
Die Anlage soll mit einer elektrischen Leistung von 37 Megawatt Strom erzeugen. Der soll in den Großhandelsmarkt verkauft werden. Die Abwärme wird in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist. Erzeugt werden laut VVS 15 bis 25 Prozent des bisherigen Fernwärmebedarfs in Saarbrücken. VVS-Unternehmenssprecherin Christa Horn sagt, dass die „relativ kleine Anlage“ nur den Eigenbedarf decke. Die Ankündigung in der Pressemitteilung, „weitere Fernwärmekunden können hinzugewonnen werden“, bezeichnet sie als eine Maßnahme „im nächsten Schritt“.

50 Millionen Euro kostet das Heizkraftwerk. Laut Horn beträgt die Eigenkapitalquote zehn bis 20 Prozent, der Rest werde finanziert. Fünf Arbeitsplätze sollen entstehen. Hintergrund für dieses Projekt ist das Ziel des Konzerns, „wieder in die Energieerzeugung einzusteigen und die unternehmerische Führung der Fernwärmeversorgung Saarbrückens zu übernehmen“.

Denn zurzeit ist die VVS kein Energieerzeuger, sondern lediglich Netzbetreiber. Doch genau die Energieerzeugung ist der Bereich, „in dem derzeit das meiste Geld verdient wird“, wie Dieter Attig, Vorstandschef der VVS, im März der SZ sagte. Und Geld braucht die VVS, um ihre hohen Verluste im Verkehrsbereich auszugleichen. Ist das Heizkraftwerk in Betrieb, hofft die VVS, diese jährlich um etwa zwei Millionen Euro zu senken. Zusammen mit weiteren Maßnahmen soll dies für finanzielle Entspannung sorgen.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören auch die Bemühungen der VVS, die Entscheidungshoheit im Heizkraftwerk Römerbrücke zurückzubekommen. Dazu laufen Verhandlungen mit dem Betreiber GDF SUEZ Deutschland AG (GSED). 2000 war der Fernwärmeproduzent von den Stadtwerken verkauft worden. Horn: „Damals war dies eine vertretbare Entscheidung, weil es komplett andere Rahmenbedingungen gab.“ Das Votum für das neue Kraftwerk hat jetzt einen Akzent gesetzt, sagt die VVS-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeisterin Charlotte Britz: „Die Verhandlungen werden leichter. Die Position der VVS verbessert sich für ein neues partnerschaftliches Konzept mit der GSED.“

Und was sagt der Betreiber der Römerbrücke? Dieser teilt über Sprecherin Alexa Herrmann mit: „Wir respektieren die Entscheidung unseres Partners und halten es für einen mutigen Weg.“ Das Engagement in Saarbrücken sei und bleibe von zentraler Bedeutung. „In diesem Sinne haben auch die Bauarbeiten für die neue Dampfturbine mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro begonnen.“ Ulrike Paulmann 
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