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Stadtmitte-Projekt spaltet weiter die Lager

Saarbrücken.  Zu den leidenschaftlichen Befürwortern des Projektes „Stadtmitte am Fluss“ (SaF) gehört der Deutsche Werkbund Saarland (DWBS). Darin sind Architekten und Leute aus verwandten Berufen organisiert; laut DWBS-Internetseite unter anderen die Saarbrücker Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, Dieter Blase von der städtischen Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) und Hans-Jürgen Koebnick, Saarbrücker Ex-Oberbürgermeister und Sprecher des „Förderkreises Stadtmitte am Fluss“. In seiner jüngsten Stellungnahme zum Projekt räumt der DWBS ein: „380 Millionen (die derzeit geschätzten Baukosten für SaF; Anm. der Red.) sind viel Geld.“

Aber es sei sinnvoll investiert, denn damit würden „die schweren Wunden und die kriegs- und autobahnzerstörten Wasserfronten der Landeshauptstadt Saarbrücken geheilt“. Der DWBS versichert, er akzeptiere die „Angst“ der „Bürger, Einpendler und Geschäftsinhaber vor einem jahrelangen Verkehrschaos“ und vor „erheblichem Attraktivitäts- und Umsatzverlust“. Doch der DWBS meint, die „Umleitungen bei Hochwasser beweisen, dass die Verkehrsströme beherrschbar sind“. Auch während der Arbeit an SaF würde „eine umsichtige Planung den Verkehrsfluss“ lenken. Der DWBS glaubt sogar, die „schwierige Bauzeit könnte eine Chance für Saarbrücken sein, um Fußgänger-, Fahrrad- und öffentlichen Nahverkehr als innerstädtisches Verteilungssystem stärker zu etablieren“. So würden die Bauarbeiten für Saarbrücken wie eine lebensrettende „Bypass-Operation“. Ganz anders sieht es die FDP. Auf einem Flugblatt lässt sie – mit zahlreichen Verweisen auf SZ-Artikel – die Geschichte des Projektes Revue passieren und erinnert an die SZ-Online-Umfrage vom Juli 2009, bei der 433 Saarbrücker gegen und nur 174 für SaF votierten. Der FDP-Kreisvorsitzende Hartmut Ostermann fragt: „380 Millionen – muss das sein? Wer soll das bezahlen?“

Ostermann glaubt, es sei illusorisch, für den Bau der SaF nur fünf Jahre anzusetzen und warnt: „In der Bauphase müssten die Gewerbetreibenden mit massiven Einbrüchen rechnen.“ Ostermann zweifelt auch an der Finanzierung der SaF und rechnet vor, der Bund werde höchstens 80 Millionen spendieren, die EU 50 Millionen – also müssten Stadt und Land gemeinsam 250 bis 270 Millionen auftreiben. Und das, obwohl die Stadt 2009 „aufgrund der allgemeinen konjunkturellen Schwäche 18 bis 22 Millionen weniger als geplant einnehmen“ werde. Gleichzeitig müsste die Stadt aber – falls die SaF kommt – „jährlich weitere sieben bis acht Millionen an Tilgung und Folgekosten“ verkraften. Das wiederum, so fürchtet Ostermann, werde „zwangsläufig dazu führen, dass andere, dringend benötigte Projekte nicht in Angriff genommen werden“. Schließlich schiebe die Stadt bereits jetzt „500 Millionen Euro Schulden vor sich her“.Jörg Laskowski 
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