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Stadtrat-Grüne: Schwachstellen für Radfahrer an der Berliner Promenade

Kein gutes Pflaster für Radler: Bei einer Ortsbegehung der Grünen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, dem Verkehrsclub Deutschland und dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt kamen Mängel an der Berliner Promenade zur Sprache.

Kein gutes Pflaster für Radler: Bei einer Ortsbegehung der Grünen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, dem Verkehrsclub Deutschland und dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt kamen Mängel an der Berliner Promenade zur Sprache.

Die Berliner Promenade sei durch den Umbau zwar erheblich aufgewertet worden. Für die Radfahrer habe sich die Lage dadurch eher verschlechtert als verbessert, finden die Grünen im Saarbrücker Stadtrat. „Wir hatten ein Grundvertrauen in die Stadtplanung und wurden zum Teil bitter enttäuscht“, erklärte Guido Vogel, bau- und verkehrspolitischer Sprecher der grünen Fraktion, jetzt bei einer öffentlichen Begehung des Saarufers.

Zusammen mit Vertretern des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) Saar und des VCD (Verkehrsclub Deutschland) Saarland sowie dem städtischen Radverkehrsbeauftragten Rainer Bier knöpften sich die Grünen dabei die Schwachpunkte für Radler vor. „Die beiden Uferwege der Saar sind eigentlich die Autobahnen für Radfahrer in der Stadt“, erklärte Bier. „Das Problem ist nur: Man kommt auf sie nicht drauf.“ Denn es fehle an Rampen, die von benachbarten Straße zum Ufer führen.

Als gravierendste Fehlentscheidung betrachten die Grünen, dass die Stadt die Schifferstraße auf das Niveau der oberen Promenade anheben will, ohne zugleich eine Rampe zum unteren Saarufer vorzusehen. Denn dadurch kappt sie die einzige Wegeverbindung für Radler zwischen Bahnhofstraße und Ufer, von der auch Fußgänger profitieren würden. Das Planungsamt habe diesen Fehler sogar eingesehen und einen Änderungsantrag mit einer Rampe nach unten in den Bauausschuss eingebracht, sagte Guido Vogel. Dieser Antrag sei dann aber während der Sitzung wieder eingesammelt worden. Wer das veranlasst habe, hätten die Grünen bis heute nicht herausfinden können. Werde nun der alte Plan umgesetzt, müssten Radler künftig durch die ganze Fußgängerzone, um wieder ans Saarufer zu gelangen.

Aufzug ist zu klein

„Das ist ja wirklich frustrierend“, kommentierte bei der Begehung eine Saarbrückerin, die täglich von ihrer Arbeitsstätte in der Stadtmitte heim nach Malstatt radelt. „Ich warte schon die ganze Zeit darauf, dass ich da zum Einkaufen wieder hochfahren kann“, sagte die Mittfünfzigerin. Auch der Aufzug, den die Stadt an dieser Stelle irgendwann in den Treppenturm installieren will, bietet keine Alternative: Nach Auskunft des Radbeauftragten ist er mit 1,90 mal 1,40 Meter für Fahrräder zu klein.Enttäuscht sind die Grünen auch davon, dass die Stadt die Zuliefer- und Anwohnerstraße nicht zur Fahrradstraße deklariert habe. Dies hätte nichts gekostet und Radfahrern signalisiert, dass sie in Saarbrücken willkommen sind, betonte auch ADFC-Sprecher Thomas Fläschner. Am Ende der Straße müssen Radler künftig haarscharf um die Ecke biegen, um an der Freitreppe entlang zu radeln. Hier sehen Grüne und ADFC künftig Kollisionsgefahr mit dem Gegenverkehr, aber auch mit Passanten, die sich vor dem Kiosk an der Treppe drängen werden. Der Aufzug an der Freitreppe sei zwar groß genug, doch gegenüber einer Rampe oder Spindel für Radler nur die zweitbeste Lösung, auch weil ein Aufzug störanfälliger sei, sagte Guido Vogel. So sei der Aufzug wegen Bauarbeiten derzeit gesperrt. Die nächste Verbindungsrampe für Radler verläuft über den Parkplatz hinter dem Finanzamt und -ministerium und trifft an der Alten Brücke aufs Saarufer. Für bis zu eine Million Euro wird diese Rampe demnächst umgebaut. Die Grünen sehen das zwiespältig. Man hätte hier vielleicht eine weniger teure Lösung finden können, meinte Guido Vogel und verwies auf den Radverkehrsetat der Stadt. Der liege bei nur rund 400 000 Euro im Jahr.

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