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Stadtteil-Manager Brebach legt Grab in Büro an

Brebach. Kann man einen toten Künstler dadurch ins Bewusstsein der Lebenden zurückholen, indem man ihn 20 Jahre nach seinem Tod erneut beerdigt? Manfred Hahn glaubt, dass das funktioniert. Deshalb hat der Brebacher Stadtteilmanager in seinem Büro in der Saarbrücker Straße ein Grab aufgebaut – mit echter Erde, echten Pflanzen, einem echten Grabstein. Über dem Grab, das durch das große Schaufenster zu sehen ist, steht in großen Buchstaben an der Wand: „Wer war Erich Buschle?“

„Der Hahn“ ist in Brebach – und inzwischen auch über die Grenzen des Stadtteils hinaus – dafür bekannt, dass er „so Geschichten“ macht. Um den Geruch der Gießerei zu konservieren hat er ein „Parfüm“ mit Industriegeruch mischen lassen. Er hat die „Bietmännja“-Band aufs Dach des Brebacher Supermarkts gestellt und das legendäre Beatles-Konzert von 1969 nachspielen lassen.

Die neue Geschichte, die mit dem Grab, beginnt im April. Da kam Herbert Poppek in Hahns Büro und erzählte von alten Kirchenfenstern, die in der evangelischen Kirche neu eingesetzt wurden. Der Künstler, der die Fenster gemacht habe, sei ein gewisser Erich Buschle.



Die Frage war nun: Wer war dieser Erich Buschle. Hahn forschte nach, fand heraus, dass Buschle zwar viel gemalt hat, aber nur eine einzige Einzelausstellung hatte – vor 50 Jahren. Und dass er auf dem Friedhof St. Arnual liegt – seit 20 Jahren.  Hahn schaltete schnell: Nach 20 Jahren werden Gräber beseitigt, wenn niemand die Verlängerung beantragt. Für das Grab von Erich Buschle hatte niemand die Verlängerung beantragt. Hahn bat darum, den Grabstein zu bekommen – und bekam ihn.

Er ging bei Behörden, Banken und anderen Institutionen, die Kunst kaufen, auf die Suche nach Buschle-Werken. 30 Bilder sind zusammengekommen. Vom 27. Oktober bis zum 16. November werden sie im evangelischen Gemeindezentrum gezeigt. Danach soll Erich Buschle wieder leben – in der Erinnerung der Menschen.
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