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Stadtwerke-Mitarbeiter machen sich stark für ihre Arbeitsplätze

Es ist kalt, feucht, windig am Donnerstagnachmittag. Aber die Treppe zum Neuen Rathaus ist schwarz vor Menschen: Mindestens 120 Mitarbeiter der Völklinger Stadtwerke haben sich zur Demonstration versammelt, zu der der Betriebsrat am Vortag aufgerufen hatte (wir berichteten). „Alle, die heute gearbeitet haben, sind da“, sagt Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Jelinski. Sie wollen, dass die Stadtwerke , derzeit in finanzieller Schieflage, erhalten bleiben. Und damit auch ihre Arbeitsplätze . „Wir wollen nicht die Opfer sein“, steht auf ihren Transparenten, „wir sind NICHT verantwortlich“ oder „ Stadtwerke weg – Stadt tot“. Andere Schilder haben die aktuelle Situation der Mitarbeiter zum Thema: „??????? – ab 2015“ oder auch „Null Information“.

Das ist es, was sie beunruhigt: Im Sanierungsgutachten, über das der Stadtrat am Nachmittag und am nächsten Dienstag berät, soll angeblich drinstehen, die Holding müsse 15 bis 20 Prozent ihres Personals einsparen. Genaues weiß aber niemand, auch der Betriebsrat hat das Gutachten bisher nicht gesehen. Das soll sich nun ändern, berichtet Jelinski mit spürbarer Erleichterung. Am Morgen habe die Geschäftsführung das Gespräch gesucht. Und zugesagt, dass man sich bei der Sanierung mit den Arbeitnehmervertretern abstimmen wolle. Noch in dieser Woche solle der Betriebsrat das Gutachten erhalten. Vielleicht, meint Jelinski, habe die Demo-Ankündigung da ja Nachdenklichkeit ausgelöst. „Die Hauptsache ist erstmal, dass Betriebsrat und Gewerkschaft eingebunden werden“, sagt Achim Jung von der Gewerkschaft Verdi. „Spät – zu spät“, meint hingegen Lothar Kascha (75). Der Rentner, 46 Jahre lang Stadt-Mitarbeiter, ist aus Solidarität zur Demo gekommen. Fürs Finanzgebaren der früheren Stadtwerke-Chefs findet er nur zornige Worte.

Auffällig viele Demo-Transparente sind an Angelruten befestigt. Nein, kein Zufall, erklärt Michael Dunkel, Anlagenmechaniker beim Netz-Betrieb: „Wegen der Fischzucht.“ Daran, sagt ein Kollege neben ihm, hänge doch letztlich alles.
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