A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Zwischen AS Birkenfeld und AS Nohfelden-Türkismühle Unfallaufnahme, Gefahr auf dem Überholstreifen (15:01)

A62

Priorität: Dringend

-1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
-1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Stadtwerke helfen armen Stromkunden

Nachrichten aus der Region Zweibrücken.

Nachrichten aus der Region Zweibrücken.

Die steigenden Strompreise treffen die gesamte Bevölkerung. Insbesondere Geringverdiener, Rentner oder Hartz-IV-Bezieher können ihre Stromrechnungen nicht bezahlen. Am Ende steht nach Mahnungen der Energieversorger die Stromabschaltung. Im August 2012 mit der verheerenden Folge eines Brandes in Saarbrücken, bei dem vier Kinder starben (wir berichteten).

„Solche Fälle sollen sich nicht wiederholen“, erklärt der Geschäftsführer der Zweibrücker Stadtwerke, Werner Brennemann. Deshalb stellen die Stadtwerke 5000 Euro zur Verfügung, um Menschen in Zweibrücken, die von Stromarmut betroffen sind, zu helfen. Im November stimmte der Stadtrat einem Antrag der SPDFraktion zu, ein Vorkassenzählersystem einzuführen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke sprach sich wenige später gegen ein solches System aus. Der Stadtwerke- Chef kündigte damals schon an, dass man ein anderes System einführen wolle. „Das haben wir jetzt getan. Wir haben uns schon vor dem Antrag Gedanken gemacht, was wir in dem Bereich machen können“, sagt Brennemann.

Die Stadtwerke hätten keine Kenntnis über die finanzielle Situation der Kunden. „Aus Datenschutzgründen kann uns das Sozialamt oder das Jobcenter nicht sagen, wer bedürftig ist und Hartz IV bezieht“, sagt Brennmann. Deshalb hätten die Stadtwerke eine verlässliche Institution gesucht, die das Geld an Betroffene weitergeben kann. Und garantiert, dass kein Missbrauch geschieht. Der verlässliche Partner ist die Zweibrücker Ortsgruppe des Kinderschutzbundes. Gestern unterzeichneten Brennemann und der Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Walter Recktenwald, den entsprechenden Vertrag. Der Kinderschutzbund verteilt unter anderem Lebensmittel an Bedürftige. „Die Personen zeigen uns bei der Essensausgabe ihren Berechtigungsschein des Jobcenters“, erklärt Recktenwald. Künftig können diese Personen auch Geld für Strom erhalten. Dabei müssten die Kosten des Stroms mehr als zehn Prozent des Hauhaltseinkommens ausmachen.

Ein Kind unter 16 Jahren im Haushalt leben. Oder eine Person über 75 Jahre alt sein. Anfragen nimmt der Kinderschutzbund, Bleicherstraße 1, täglich zwischen acht und 14 Uhr entgegen. Für einen Einzelfall gibt es höchstens 500 Euro. Insgesamt stehen im Etat der Stadtwerke 5000 Euro zur Verfügung. Der Vertrag läuft ein Jahr.

Dann werde entschieden, ob es weitergeht, sagt Brennemann. Im vergangenen Jahr schalteten die Stadtwerke rund 200 Mal den Strom ab. Brennemann: „Aber erst zweieinhalb Monate nach der ersten Mahnung.“ sf

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein