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Standort: Bosch nimmt 40 Millionen Euro in die Hand

Einblick in die Produktion. Hier montiert eine Mitarbeiterin Injektoren für Nutzfahrzeuge.

Einblick in die Produktion. Hier montiert eine Mitarbeiterin Injektoren für Nutzfahrzeuge.

Mit einer technischen Neuerung richtet sich der Autozulieferer Bosch auf die strengere Abgasnorm Euro 6 ein, die ab September in ganz Europa gelten soll. Gestern haben Thomas Gönner, technischer Direktor des Bosch-Werks in Homburg, und der kaufmännische Leiter Frank Folz neu entwickelte Injektoren vorgestellt, die Diesel-Einspritzpumpen effektiver machen und den Energieverbrauch des Motors senken sollen. Euro 6 schreibt strengere Grenzwerte vor und soll helfen, die Umweltbelastung zu verringern.

 Mit dem Einbau dieser Injektoren in Premiumfahrzeuge der deutschen und internationalen Autohersteller will man der weltweiten Konkurrenz ein Stück voraus sein. Die neuen Injektoren als Einspritzventile im Dieselmotor können einen Druck von 2.200 Bar erzeugen. Die Markteinführung wird von umfangreichen Investitionen im Werk begleitet. Sie betragen 40 Millionen Euro im laufenden Jahr. Zum Vergleich: 2013 flossen 8,5 Millionen Euro in den Homburger Betrieb. Die ersten Musteranfertigungen der neuen Injektoren werden im März 2015 den Bosch-Kunden vorgestellt, die Serienfertigung soll Mitte 2015 starten. Bis zum Jahresende sollen zunächst 350 000 Injektoren das Werk verlassen.

Mit der aktuellen Nachfrage nach Bosch-Produkten zeigt sich die Geschäftsführung zufrieden. Diese habe sich besser entwickelt als noch 2013 erwartet. Deshalb habe man in diesem Frühjahr 100 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, zunächst bis September. Alles Weitere hängt von der Auftragsentwicklung ab. Generell nähmen aber die Neuzulassungen von Pkw, Lkw und Nutzfahrzeugen auf dem deutschen- und europäischen Markt zu.

Bosch beschäftigt 5600 Mitarbeiter in Homburg, davon 162 Auszubildende. Schon heute könne man jedoch sagen, dass der Standort Homburg auch langfristig das Leitwerk für Neuentwicklungen in der Dieseltechnologie bleibt. Sorge bereitet dem Autozulieferer jedoch der Nachwuchs. Weil die Zahl junger Saarländer absehbar sinkt, hat Bosch zwei neue Programme aufgelegt, um die Ausbildung im Unternehmen attraktiver zu gestalten. Im Rahmen von „Ausbildung plus“ können Schüler mit mittlerer Reife im Rahmen einer dreijährigen Lehre in einem der technischen Ausbildungsberufe zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben. Es sind dies die Berufe Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker. Der Zusatzunterricht findet einmal pro Woche statt. Auf diese Weise sparen die Auszubildenden ein bis zwei Jahre gegenüber üblichen Wegen. Im Anschluss stehen Weiterbildung im Unternehmen oder ein Bachelorstudium offen.

Als zweite Maßnahme bietet Bosch das Abi-Modell im Ausbildungsgang Mechatronik an. Es richtet sich an Abiturienten oder Fachabiturienten. Im Anschluss bietet Bosch Möglichkeiten zur Förderung eines Bachelorstudiums an. Meinung

Homburg wird noch wichtiger

 
Von 
Thomas Sponticcia

 
Die guten Nachrichten in der saarländischen Automobilindustrie nehmen zu. Erst sichert Ford sein Werk in Saarlouis auf Jahre hinaus ab, jetzt investiert Bosch in Homburg 40 Millionen Euro in sein Werk. Genau rechtzeitig. Die neuen Injektoren, die ab 2015 die Dieseltechnologie nochmals einen Schritt weiter bringen, werden wohl auch schnell bei den führenden deutschen und internationalen Autoproduzenten zum Einsatz kommen. Da passt zudem, dass Homburg das Leitwerk für Neuentwicklungen bleibt. Auch das sichert Arbeitsplätze.
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