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Standort-Streit blockiert Saarbrücker Science Park III

Saarbrücken. Es sollte ein Prestige-Projekt der Landesregierung werden: der Science Park III im Stadtwald in unmittelbarer Nähe zur Uni und den Parks I und II. Derzeit steht nicht fest, ob er überhaupt noch kommt. Auch der Standort ist heftig umstritten. Als Alternative war unter anderem der IT-Park in Burbach im Gespräch, wo die IDS Scheer AG zu finden ist, die jetzt von der Darmstädter Software AG übernommen wird. Der Science Park III ist für Unternehmen vorgesehen, die auf eine enge Verzahnung von Uni, Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft angewiesen sind.
 
Auch Thomas Schuck, Geschäftsführer der Science Park GmbH, kann keine Klarheit bringen. Zwar nennt er 2010 als denkbares Datum für den Bau des Parks. Allerdings seien finanzielle Details nicht geklärt. Die Science Parks I und II seien zu über 80 Prozent ausgelastet mit mehreren Dutzend Unternehmen. Nach Ansicht von Ministerpräsident Peter Müller muss der Science Park III kommen. „Wir brauchen ihn als Ergänzung zu dem Parks I und II.“ Dabei ist für Müller „eine Ausweitung auf die andere Straßenseite zum Stadtwald kein tabu“. Wirtschafts-Staatssekretär Christian Ege versichert, erste Priorität einer neuen Landesregierung müsse ein IT-Gesamtkonzept sein, das die optimale Vernetzung der Standorte sicherstellt. Universitäts-Präsident Volker Linneweber steht dem Science Park III wegen der Wirtschaftskrise eher distanziert gegenüber.

Eine Bedarfsanalyse solle klären, wer wirklich in die Nähe der Uni will. Zudem stünden in Saarbrücken viele Gebäude leer. Für den Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Wolfgang Wahlster, ist die Uni-Nähe für den Science Park zwingend. Internationale Spitzenunternehmer setzten diese Nähe voraus. Auch Wolfgang Lorenz und Uta Merkle, Geschäftsführer der WUT GmbH, die das Starterzentrum an der Uni betreibt, warnen vor Alternativstandorten. Die Möglichkeiten in Uni-Nähe seien nicht ausgereizt.  Kritik am IT-Park Oberbürgermeisterin Charlotte Britz versichert, mit ihr habe seit dem Abgang von Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi niemand mehr über den Science Park III gesprochen. Britz könnte sich vorstellen, dass Institute, die keine unmittelbare Standortbedeutung für die Uni haben wie etwa das Dolmetscher-Institut, an den Eurobahnhof verlegt werden. Frei werdende Gebäude an der Uni könne man renovieren und für neue Unternehmen nutzen. Aktuell müssen rund zehn Unternehmen wegen zeitlich begrenzter Mietverträge den Science Park verlassen. Viele wären bereit, in einen Science Park III gegenüber der Uni mit zu investieren. Auch die Software-Schmiede Dacos muss 2011 aus dem Science Park II raus. Deren Geschäftsführer Professor Joachim Hertel betont schon: „Ich werde keinesfalls an den IT-Park nach Burbach wechseln.“

Hinter dem IT-Park Burbach steckten die Interessen der IDS Scheer. „Wenn ich jedoch mit einem Microsoft-Manager durch Burbach fahre, kehrt der um. Die großen Unternehmen in der IT-Branche können sich die schönsten Standorte der Welt aussuchen.“ August-Wilhelm Scheer selbst, der jahrelang für den konsequenten Ausbau des IT-Standortes Burbach plädierte, schweigt. Er will sich zum Science Park III derzeit nicht äußern.  Thomas Sponticcia 
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