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Starker Dämpfer für Saar-Industrie

Die saarländische Industrie leidet unter einer stark nachlassenden Nachfrage. Symbolfoto: dpa

Die saarländische Industrie leidet unter einer stark nachlassenden Nachfrage. Symbolfoto: dpa

Die saarländische Industrie hat im ersten Halbjahr deutlich weniger Aufträge bekommen. Die Bestellungen gingen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 8,3 Prozent zurück, berichtet das Statistische Amt des Saarlandes. Besonders betroffen ist demnach der Maschinenbau . Die Aufträge brachen in dieser Industriebranche um 16,8 Prozent ein. Im Vergleich dazu fällt der Rückgang in der Auto- und Autozulieferindustrie mit 4,5 Prozent noch glimpflich aus.

 

In den Umsätzen der Saar-Industrie spiegelt sich das Minus noch nicht wider. Sie legten nach Angaben der Statistiker leicht um 0,5 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro zu. Die Auto- und Autozulieferindustrie verzeichnet sogar noch ein Plus von 5,4 Prozent. Der Maschinenbau liegt aber schon um 5,7 Prozent hinter den Vorjahreszahlen.

 

Die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) zieht Konsequenzen aus den Zahlen und senkt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Wachstumsprognose für das Land. „Die schwache Umsatzentwicklung und rückläufige Aufträge sind Ausdruck der weltweiten Wachstumsschwäche und der Investitionszurückhaltung in Deutschland. Beides trifft die stark exportorientierte Saarindustrie stärker als die deutsche Industrie im Ganzen. Mehr als ein Mini-Wachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht erreichbar“, sagte IHK-Hauptgeschaftsführer Heino Klingen. Ende vergangenen Jahres hatte die IHK noch ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Diese Prognose revidierte die Kammer bereits nach dem Brexit-Votum der Briten auf ein Prozent. Um den Abwärtstrend noch zu drehen, „braucht es ein starkes Signal an die Wirtschaft, etwa einen Durchbruch bei den TTIP-Verhandlungen“ über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, sagte Klingen.

 

Deutschlandweit läuft die Konjunktur bislang noch, verliert aber an Tempo. Das Bruttoinlandsprodukt der größten europäischen Volkswirtschaft stieg getragen vom Außenhandel und dem Konsum im zweiten Quartal gegenüber dem Jahresbeginn um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im ersten Vierteljahr hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,7 Prozent zugelegt. Auch in der Euro-Zone verlangsamte sich das Wachstum. Es halbierte sich auf 0,3 Prozent.

 

 

Meinung:

 

Dunkle Wolken

Von SZ-Redakteur Volker Meyer zu Tittingdorf

 

Bislang war Deutschland – ökonomisch betrachtet – eine sonnige Insel der Seligen: mit ordentlichem Wachstum, vielen neuen Jobs und starker Kauflust. Doch jetzt ballen sich dunkle Wolken am Horizont. Im Saarland mit seiner von der Exportindustrie abhängigen Wirtschaft trüben sich die Aussichten schon stark ein. Sie reagiert besonders sensibel auf Turbulenzen der Weltwirtschaft. Und davon gibt es reichlich: die Schwäche Chinas, der nachlassende Schwung der Konjunktur in den USA, die Verunsicherung in Europa durch den Brexit, die italienische Bankenkrise, die Folgen des Putsches in der Türkei und der Konflikte in Syrien und auf der Krim. Solange die globalen Probleme nicht auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen, kann man hoffen, dass der Konsum die hiesige Wirtschaft am Laufen hält. Das ist aber alles andere als sicher.
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