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Start mit „Baustellenfrühstück“: Abrissarbeiten auf Luisenthaler Grubengelände

Rudolf Krumm</p>

Rudolf Krumm

Es tue sich nichts, um Luisenthal in die Zukunft zu führen, klagen die Bewohner des zweitkleinsten Völklinger Stadtteils. Doch, es tue sich was, widerspricht Rudolf Krumm, Saar-Chef der RAG Montan Immobilien (MI) GmbH, bei seinem Besuch in der Völklinger SZ-Redaktion. Im Dezember werde die RAG MI mit Arbeiten auf dem Grubengelände beginnen, kündigt er an. Um den Start sichtbar zu machen, werde es dann ein öffentliches „Baustellenfrühstück“ geben.

Ehe er Konkretes beschreibt, erinnert Krumm ans vorige Jahr. 2015 haben Land, Stadt und RAG einen Masterplan für Luisenthal erarbeitet. In der zweiten Phase wurde über dessen Umsetzung geredet. Da erklärte das Land, es werde sich nicht finanziell beteiligen. Die Stadt würde gern, sagt Krumm, sie könne aber angesichts ihrer Haushaltslage nicht. Und „öffentliche Nutzung ohne öffentliche Finanzierung“ sei – Krumm zögert, sucht das passende Wort – „schwierig“.

Doch „wir ziehen uns nicht in die Schmollecke zurück, sondern arbeiten“, sagt Krumm: Die RAG, da Subventions-Empfängerin, dürfe zwar kein Geld ausgeben für Stadtteilentwicklungs-Zwecke. Aber sie sei verpflichtet zur Flächensanierung. Die soll nun starten: „Wir werden loslegen, auch ohne Wissen um Rundum-Bausteine.“

Zunächst werde die Grubenwasserleitung verlegt – in Luisenthal wird ja nach wie vor Wasser abgepumpt, auch wegen der noch aktiven Gas-Förderung. Diese Leitung, ein stählernes Rohr von 15 Zentimetern Durchmesser, verlaufe quer durchs Gelände und sei beim Abriss im Wege. Anschließend sollen Aufbereitung und Bergebunker abgebrochen werden. Die Sanierung des Albertschachts soll folgen („wie, wissen wir noch nicht“), und die Stützmauer wird überprüft.

Parallel dazu soll es um neue Nutzungen gehen. Im Vordergrund steht dabei das Gedenken ans Grubenunglück von 1962, das auch im Masterplan eine entscheidende Rolle spielt. „Es hat sich in die saarländische Seele eingebrannt“, sagt Krumm; es sei wohl unstrittig, dass man dem Gedenken daran einfach einen Ort geben müsse. Als feste Einrichtung, als „bauliche Maßnahme“, konzipiert in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Bergmannsverein. Wobei er behutsam warnt vor zu hohen Erwartungen: Die RAG schaffe Voraussetzungen „im Rahmen unserer Möglichkeiten“, sie erarbeite Pläne, eine Kostenschätzung dafür und gehe dann auf die Suche nach Finanziers.

Was Gewerbe-Ansiedlung angeht, ist er nach wie vor skeptisch. Vor allem wegen der schwierigen Verkehrsanbindung: Die enge, niedrige Bahnunterführung bleibt fürs Tagesanlagen-Gelände ein Handicap. Vom Parkplatz bis zu den Schächten sei Gewerbe denkbar – „nicht störende“ Betriebe, wegen der Nähe zur Wohnbebauung –, doch diese Fläche umfasse nur rund drei Hektar. > Weiterer Bericht folgt.

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