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Startschuss für einen attraktiveren Fluss

Seit vier Jahren geistert sie durchs kommunalpolitische Wunschprogramm, von Oberbürgermeister Jürgen Fried immer wieder als „wichtigstes Projekt seit dem Bau des Saarparkcenters“ bezeichnet: die „erlebbare Blies“. Nachdem nun alle Genehmigungshürden genommen und die nötigen Finanzspritzen von Bund, Land und EU klar sind, geht es tatsächlich los. Das Vorhaben „Bliesterrassen“ wird in der zweiten Junihälfte gestartet. Was da im ersten Bauabschnitt auf sie zukommt, erläuterten der OB sowie Stadtplaner und Landschaftsarchitekt Luca Kist vom federführenden Saarbrücker Planungsbüro „Dutt & Kist GmbH“ am Montagabend einigen Dutzend interessierten Zuhörern – vorwiegend Anwohner und Geschäftsleute – in der Stummschen Reithalle.

Dass man die „Blies aus dem Loch holt“, sei unabdingbare Voraussetzung für eine attraktivere Innenstadt, so Fried. Dies im Zusammenspiel mit einer verkehrsberuhigten Lindenallee und einer – allerdings noch in etwas fernerer Zukunft liegenden – Neugestaltung von Lübbener Platz und Stummplatz.

Der erste von fünf Bauabschnitten ist mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt und wird zu zwei Dritteln über das Förderprogramm „Stadtumbau West“ und zu einem Drittel von der Stadt getragen. Er betrifft den Umbau des nördlichen Bliesufers an der Bliespromenade, das sich dann Mitte nächsten Jahres im neuen Kleid (siehe Foto) präsentieren soll. Wie Luca Kist vortrug, ist eine Strecke von etwa 800 Metern betroffen – von der Brückenstraße (Willy-Brandt-Brücke) bis zur Bliespromenaden-Treppe am Haus Nummer 1, die direkt am Kirchenladen „Momentum“ zur Wilhelmstraße und Parkhaus führt. An diesen beiden Polen wird jeweils eine Treppenanlage zur Blies führen. Unmittelbar am Flussufer wird ein Rad- und Spazierweg gebaut, darüber eine Sitzstufenanlage.

Die Umsetzung ist aufwendig: Um den Norduferplan umsetzen zu können, erläutert Kist, müssen auf beiden Seiten, also auch am Südufer, Spundwände errichtet werden. Dazu wird in Nähe des Ärztehauses von der Brückenstraße her eine Baustellenabfahrt eingerichtet. Die Blies wird an dieser Stelle verrohrt, das Flussbett aufgeschottert, so dass die Baufahrzeuge ans andere Ufer fahren können. Die Brückenstraße wird zwischen Nordufer- und Wilhelmstraße halbseitig gesperrt und Einbahnstraße (Richtung Wilhelmstraße) sein. Ein kurzes Stück der Norduferstraße wird während der Bauphase voll gesperrt.

„Unvermeidbare Baustellen-Emissionen“, so Kist, werden nicht zu verhindern sein. Besonders in der Anfangsphase, wenn die Spundwände eingerammt werden, kommt es zu Lärm und Erschütterungen, räumen Rathaus und Planungsbüro ein. Auch Bombenfunde sind nicht ausgeschlossen.

Wenn im Sommer 2016 diese Pläne umgesetzt sind, soll es nach der Idealvorstellung des Oberbürgermeisters keine lange Pause zum zweiten Bauabschnitt geben. Auch hier sei eine Förderung bereits signalisiert, so Fried. Dabei wird durch eine geringfügige Verschiebung und Erweiterung des Flussbetts eine neue Süduferlinie angelegt. Unter anderem soll eine Holzplattform auf dem Wasser die Blies zugänglich machen. Beide Abschnitte gehören aus Sicht von Architekt Kist zwingend zusammen. Diese zweite Phase könnte Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Realisierung der Bauabschnitte drei bis fünf, die eine Aufhübschung der Blies von der fertig gestellten „Kernzone“ her nach Ost und West vorsehen, ist dann vor allem vom Geld abhängig, das zur Verfügung steht.
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