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Steag: Kohle-Kraftwerk Völklingen unter Druck - Strom-Abnehmer zu finden sei schwierig

Ab 2013 werden neben dem Kohlekauf auch der Stromverkauf für die Kraftwerke in Völklingen-Fenne und Weiher (Quierschied) von der Steag-Einheit Beschaffung& Optimierung (B&O) übernommen.

Ab 2013 werden neben dem Kohlekauf auch der Stromverkauf für die Kraftwerke in Völklingen-Fenne und Weiher (Quierschied) von der Steag-Einheit Beschaffung& Optimierung (B&O) übernommen.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. Einige der saarländischen Kraftwerke des Essener Energiekonkonzerns Steag sind in Gefahr, wenn die Entwicklung auf dem deutschen Strommarkt so anhält wie bisher. Das sagte der Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem der Kraftwerkspark in Völklingen-Fenne und die Stromfabrik in Göttelborn (Weiher III) wären von einem Auslaufbetrieb betroffen, wohingegen das Kraftwerk Bexbach noch bis Ende 2016 einen Stromliefer-Vertrag mit dem Karlsruher Versorger EnBW hat.

Durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) hat im Netz der relativ teure Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse Vorrang vor elektrischer Energie, die aus Kohle oder Gas gewonnen wird. Dadurch ist die Zahl der Betriebsstunden für die Kohlekraftwerke spürbar gesunken, was deren Rentabilität erheblich belastet. „Wir stehen hier stark unter Druck“, sagt Rumstadt. Das trifft alle Kraftwerks-Betreiber. Daher wird die Forderung lauter, dieses Vorfahrtsprivileg für den „grünen Strom“ abzuschaffen.

Derzeit seien die saarländischen Steag-Kraftwerke „noch im Geld“ betont Rumstadt. Außerdem sei der Stromabsatz von Fenne und Weiher für das Jahr 2013 bereits gesichert. Die Steag musste sich hier neue Abnehmer für die elektrische Energie suchen, weil die Stromlieferverträge mit den Energiekonzernen RWE und GdF Suez (Frankreich) Ende 2012 ausgelaufen und nicht mehr verlängert worden waren. Die neuen Stromkunden seien „selbst im Handelsgeschäft oder im Großhandelsmarkt tätig“. Durch internationale Partner sei es auch gelungen, dass teilweise höhere Marktpreise erzielt wurden als sie an der deutschen Strombörse gezahlt werden.

Es werde allerdings weiter in die saarländischen Kraftwerke investiert, betonte der Steag-Chef. Ein wichtiges Augenmerk liege darauf, sie technisch in die Lage zu versetzen, mehr Kohlesorten als bisher verfeuern zu können – auch kostengünstigere. Das gelte vor allem für den Standort Weiher. Der Betrieb der Kraftwerke an der Saar werde auch weiterhin von der Tochtergesellschaft Steag Power Saar (SPS) gemanagt. Diese Gesellschaft werde nicht aufgelöst, aber umgebaut, betonte Rumstadt. Denn es müsste nach den Erfordernissen des Energiewirtschaftsgesetzes eine neue Netzgesellschaft gegründet werden, die für das saarländische Netz ihren Sitz in Saarbrücken haben soll.

Darüber hinaus soll die Instandhaltung der Stromfabriken in einer neuen Gesellschaft gebündelt werden – bei Steag Technischer Service. Hier seien noch keine Standortentscheidungen getroffen. SPS beschäftigt knapp 740 Mitarbeiter.
Für die zweite Saar-Tochter des Essener Konzerns, Steag New Energies (SNE), sieht Rumstadt „eine gute Perspektive“. Derzeit betreibe das Unternehmen rund 200 Projekte im Bereich erneuerbare Energien (Geothermie oder Biomasse) und Energie-Effizienz – aber auch in der Verstromung von Grubengas. Große Projekte wie zum Beispiel Windparks in Rumänien und der Türkei sowie der Bau einer großen Solaranlage in Spanien „werden allerdings von Essen aus gesteuert“, betonte der Steag-Chef. SNE habe das Jahr 2012 mit einem positiven Ergebnisbeitrag abgeschlossen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 770 Mitarbeiter, davon 300 im Saarland.

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