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Stefan Brandt macht die Saarbahn flott

Von SZ-Redaktionsmitglied Hans-Christian Roestel

Saarbrücken. Gegen 14.45 Uhr im Aufenthaltsraum des Brebacher Bahnhofs: Stefan Brandt geht ans Handy. Führt ein kurzes Gespräch, legt auf. „Jetzt geht’s los! Wir haben gerade einen offenen Dienst. Das heißt: Ein Fahrer kann nicht weiterarbeiten. Ich muss ganz schnell für Ersatz sorgen. Nur dann kann die Fahrt weitergehen“, sagt der 46-Jährige.

Kälte blockiert Weichen

Er ist bei der Saarbahn in der Leitstelle Brebach für den „Fahrdienst Bahn“ zuständig und stellvertretender Betriebsleiter. Wichtigste Eigenschaft: Vielseitigkeit. Der sonst für die Suche nach einem Ersatzmann für den Saarbahnfahrer zuständige Kollege ist nicht im Dienst.

In solchen Fällen muss Brandt ran. Nicht zuletzt, weil er über alle Betriebsabläufe Bescheid zu wissen hat: „Man muss kein Spezialist sein, sollte aber alles verstehen und kennen, was hier für den Zugbetrieb wichtig ist. Und ich muss wissen, wen ich anspreche, um Probleme zu lösen.“

Probleme sind für Brandt Herausforderungen. Gerade jetzt, im Winter, gibt es davon jede Menge. Wegen der Kälte hat die Saarbahn besonders mit festgefrorenen Weichen zu kämpfen: „Den Schnee können die Elektroheizungen der Weichen noch wegtauen. Bei Eis wird es dann schon schwieriger“, benennt Brandt ein Problem. Es tritt gerade häufig in Riegelsberg auf. „Auch machen uns häufig die Kupplungen der 25 Züge zu schaffen. Aufgewirbelter Schnee kann sich derart hartnäckig in Leitungen und Gestängen festsetzen, dass die Kupplungen nicht einrasten können.“ Das ist aber nötig, damit ein Saarbahnzug an einen anderen gehängt werden kann. Die Kälte macht nicht nur Kupplungen zu schaffen, sondern auch den darüber angebrachten Klingeln. Die müssen immer bimmeln, wenn die Bahn losfährt. Oder wenn der Fahrer in brenzligen Situationen vor der Bahn warnen muss.

Brandt, der in Saarbrücken Maschinenbau und Fahrzeugtechnik studierte, ist seit 1995 bei der bin ich hier im Betrieb, der damals noch Stadtbahn Saar hieß, da habe angefangen die Saarbahn, hat diese sogar mit aufgebaut: Er plante vom Streckenplan bis zur Bord-Technik mit, was in so eine Bahn reingehört. ist an die Standorte der Produktionsfirma Bombardier in Wien oder Manage und Brügge in Belgien gefahrenWenn es Stein und Bein friert und mehrere Zentimeter hoch schneit, können Türen und Trittbretter der Züge gefährliche Tücken offenbaren. Wenn vereiste Türen nicht richtig schliessen oder die Trittbretter an den tiefer liegenden Bahnsteigen entlang der Linie Brebach-Kleinblittersdorf-Saargemünd nicht richtig herunterklappen können, wenn zuviel Schnee an der Bahnsteigkante liegt oder sich darunter festgefroren hat,Ein Bordcomputer zeigt den Zugführern bei Pannen, wo etwas kaputt ist. Können die Fahrer nichts ausrichten, muss Brandt helfen. Er schickt Kollegen aus der Werkstatt beim Ostbahnhof zur Pannenbahn. Wenn die nichts machen können, muss der Zug ins Depot geschleppt werden.

Spezial-Laster für Schienen

Einfacher ist dagegen den meisten Kältefolgen beizukommen. „Bei gefrorenen Oberleitungen machen wir mit einem Zug Enteisungsfahrten. Dabei reicht es schon, wenn die Stromabnehmer das Eis von den Leitungen streifen“, erläutert Brandt. Für hartnäckig vereiste Oberleitungen gibt es jedoch einen Spezialwagen. „Das ist ein Zweiwegefahrzeug, ein Lkw mit Hebebühne und Ladefläche, der durch absenkbare Eisenbahnräder notfalls auf Schienen fahren kann, wenn auf den Straßen Staus sind.“

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