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Stefan aus Bexbach: Für Gothic nach Leipzig

Stefan Weinzierl  aus Bexbach ist wegen dem Wave-Gotik-Treffen  nach Leipzig ausgewandert.

Stefan Weinzierl aus Bexbach ist wegen dem Wave-Gotik-Treffen nach Leipzig ausgewandert.

Leipzig. „Als Schwarzer sehnt man sich nach Geborgenheit und die findet man in schwarz, man ist schwarz und fällt auf einmal nicht mehr auf“. Stefan beschreibt ein Gefühl, das auch zum 20. Wave-Gotik-Treffen (WGT) wieder viele Gäste erleben: Straßenbahnen, die den Hauptbahnhof passieren, sind schwarz, Flaneure in Park und Innenstadt ebenso. „Es ist unbeschreiblich schön“, schwärmt Stefan, „wie eine kleine Zauberwelt“. Die Stadt erwartet etwa 20.000 schwarz gewandete Besucher und 276 Künstler aus aller Welt. Auf „ihre Gruftis“ freuen sich die Leipziger, erklärt er und erzählt, wie ihn manche Oma schon interessiert ansprach, wenn er seinen schwarzen Kilt ausführte. In Bexbach hingegen, er aufgewachsen ist, hätten Manche die Straßenseite gewechselt.

„Es ist schon verrückt, wegen eines Festivals umzuziehen“

Schon bevor das Szenetreffen mit Konzerten, Tanz und Lesungen am Donnerstag offiziell begann, feiert Stefan mit anderen „Gothics“ in einer Bar am Marktplatz vor. Und das stilecht: Am Eingang sitzt ein Skelett, auf das Gewölbe sind Engel gemalt, die Besucher in Samtkorsage oder Bandshirt gehüllt. „Es ist schon verrückt, wegen eines Festivals umzuziehen“, gibt Stefan zu: „Aber ich finde Stadt toll, die Leute sind lustig und offen“. Der „Ostfranzose“ – wie er hier von Freunden genannt wird –, sinniert über Saarländer und Sachsen: „Wenn man die Eigenschaften mischen würde, gäbe das einen sehr guten Charakter“. Der IT-Techniker schätze den Humor der Sachsen und die Zugänglichkeit der Saarländer.


„Aber vergessen kann ich meine Wurzeln nicht“

Nur einmal im Jahr beim WGT dabei zu sein, reichte Stefan irgendwann nicht mehr. Abreisen sei ihm stets schwer gefallen und als er einmal wegen Geldmangels nicht zum Treffen fahren konnte, habe er sich geschworen, dass das nie wieder vorkommen solle. Also packte er vor zwei Jahren die Koffer. Und zwar alle. „Aber vergessen kann ich meine Wurzeln nicht“, sagt der 1,90 Meter-Mann. Drei bis vier Mal im Jahr besucht er im Saarland Familie und Freunde. „Ich fühle mich in Leipzig zwar willkommen, aber dazu gehöre ich nicht“, erzählt er. Die gemütliche Bar ist gegen Mitternacht ziemlich voll. Ein Brite im Netzhemd setzt sich dazu, lange Haarsträhnen kleben ihm an den verschwitzten Wangen. Stefan schwatzt mit dem Waliser, der sich aufgeregt mit einem Fächer Luft zu wedelt. Lockere Stimmung, friedliche Atmosphäre und spontane Gespräche, das gefällt dem „Ostfranzosen“ am Festival so gut. Und danach? „Eine Woche bin ich melancholisch“, sagt der 33-Jährige. Also versucht er, das WGT in den Alltag zu holen. Im „Schwarzen Leipzig“, dem Verein der Szene, arbeitet er als Teamhelfer bei Veranstaltungen für die Schwarzen mit.

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