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Steht der Neubau an der Homburger Uniklinik sicher?

Der Rohbau der Klinik für Innere Medizin in Homburg. Wegen diverser Zwischenfälle unter anderem an dieser Baustelle stand der Völklinger Bauunternehmer vor Gericht.

Der Rohbau der Klinik für Innere Medizin in Homburg. Wegen diverser Zwischenfälle unter anderem an dieser Baustelle stand der Völklinger Bauunternehmer vor Gericht.

Nach einem mehrwöchigen Ausflug nach Landshut ins Gefängnis, ist der seit Anfang Juni inhaftierte Völklinger Bauunternehmer M. (37) wieder zurück in seiner Zelle in der Saarbrücker Justizvollzugsanstalt. Die Verlegung des Italieners war von der Justiz angeordnet worden, weil er versucht haben soll, einen Mitgefangenen, der als Belastungszeuge gegen ihn ausgesagt hat, unter Druck zu setzen. Zwischenzeitlich hat der Mann vom Bau, dessen Firma insolvent ist, vor den Ermittlern einzelne Vorwürfe eingeräumt. Dies bestätigte sein Verteidiger, der Homburger Rechtsanwalt Guido Britz, auf Anfrage. Er kündigte ein weiteres Teilgeständnis seines Mandanten an. Dies betrifft wohl auch den Auftrag an Mittäter, Bagger eines Mitbewerbers in Brand zu setzen. Zu den Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit dem Neubau der Inneren Medizin am Homburger Universitätsklinikum schweigt der 37- Jährige bislang. Nach SZ-Information hat aber ein Ex-Mitarbeiter der Stabsstelle „Neubauprojekte“ der Uniklinik, dem kostenlos Brennholz, Schotter und Edelsplit geliefert wurden, gestanden. Ihm soll auch Geld und ein Toscana-Urlaub angeboten worden sein.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt insgesamt drei Anklagen gegen den Völklinger vorgelegt. Demnach wurden an der Uniklinik-Großbaustelle zwei Mitarbeiter des Generalplaners, die für die Prüfung der Rechnungen zuständig waren, wiederholt mit Bargeld geschmiert. Die Rede ist von einzelnen Beträgen von 300 bis 3000 Euro. Ein Kontrolleur soll, um eine falsche Pauschal-Rechnung abzuzeichnen, 25 000 Euro verlangt haben. Hier ging es um Abstandshalter aus Metall, die zwischen Bewehrung und Beton eingebaut werden. Pressestaatsanwalt Erik Schweitzer bestätigte am Freitag, dass nach dem Stand der Ermittlungen beim Klinikneubau nicht die vom Bauherrn bezahlten und von Statikern vorgegebenen 60 Tonnen Abstandhalter in Decken und Wände eingesetzt wurden, sondern nur die Hälfte. Sollte dies zutreffen, stellt sich die Frage, ob der Rohbau standsicher und tragfähig ist. Die Klinikleitung verweist auf Berichte der Bauleitung, des Tragwerksplaners und des Prüfstatikers. Demnach gebe es weder Auffälligkeiten noch Hinweise, dass nicht ordnungsgemäß gearbeitet wurde. Die Ermittler haben, wie es heißt, Sachverständige eingeschaltet, um zu prüfen welches Material verbaut wurde. Sie befürchten, dass dem Bauherrn bautechnische Probleme und damit Mehrkosten drohen. Angeblich soll der Beton schon Risse zeigen.

Mit den Vorgängen um den Klinikneubau wird sich das Landgericht ab Mitte November beschäftigen. Dann sitzen der Ex-Firmenchef und seine Komplizen auf der Anklagebank. Die Richter werden auch klären müssen, mit welchen kriminellen Methoden der Unternehmer den Expansionskurs seines Betriebes beschleunigen wollte. Für die Staatsanwaltschaft ist er der Chef einer Diebesbande. Er soll fremde Baustellen ausgekundschaftet und Helfer beauftragt haben, dort gezielt Maschinen und Material zu stehlen. Das Diebesgut benötigte er an eigenen Baustellen.

Insolvenzverwalter Franz Abel hat bereits eine Inventarliste des Betriebes erstellen lassen. Noch weiß er nicht, was tatsächlich der Firma gehört und was Diebesgut ist. Die Staatsanwaltschaft prüft unterdessen eine neue Baustelle des Völklingers, ermittelt jetzt wegen Unregelmäßigkeiten beim Umbau der Berliner Promenade in Saarbrücken.

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