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Steigende Nachfrage nach Psychotherapie im Saarland

Saarbrücken. Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Menschen im Saarland, die einen Psychotherapeuten aufsuchen, rapide angestiegen. Hätten 2005 pro Quartal etwa 8700 Patienten einen Psychotherapeuten benötigt, seien es in diesem Jahr bereits 11.000 pro Quartal, berichteten Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vor dem Gesundheitsausschuss des Saar-Landtags. Die Gründe hierfür sieht der Vizepräsident der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes, Joachim Jentner, vor allem in den gesellschaftlichen Strukturen, in denen der Leistungsdruck am Arbeitsplatz steige und auch bei niedrigeren Löhnen mehr Leistung gefordert werde. „Das schlägt bis auf die Psyche durch“, sagt Jentner. „Hier entsteht ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden“, sagt auch PKS-Präsdient Bernhard Morsch und verweist auf eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer, nach deren Ergebnissen nahezu jeder dritte Deutsche innerhalb eines Jahres an einer psychischen Störung erkrankt. Besonders häufig seien Angsterkrankungen, Depressionen sowie körperliche Beschwerden, für die letztlich keine hinreichenden organischen Ursachen gefunden werden.



Nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes verursachen psychische Erkrankungen direkte jährliche Kosten von 28,7 Milliarden Euro. Seit 2002 stiegen damit die Kosten um fast ein Viertel. „Mehr Menschen suchen Hilfe“, nennt Morsch neben der gestiegenen Anzahl der Erkrankten einen Grund für die hohe Nachfrage nach Psychotherapie. Auch seien Hausärzte, die in der Regel für Betroffene der erste Ansprechpartner seien, in den letzten fünf Jahren stärker sensibilisiert und würden psychische Leiden als solche erkennen. Das liege nicht zu letzt an einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit der Verbände.

Während die PKS mehr Stellen für Psychotherapeuten im Saarland fordert, sprechen sich die Kassenärztliche Vereinigung sowie der Verband der Ersatzkassen im Saarland gegen eine Erhöhung aus. Sie wollen die bestehenden Ressourcen zunächst besser auszuschöpfen (wir berichteten). Die Zahl der Kinder- und Jugendtherapeuten sei darüber hinaus voriges Jahr erhöht worden, so die KV.
ukl
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