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Steigende Schülerzahlen durch Flüchtlingszustrom im Saarland

Große Klassen überfordern Lehrer. Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt

Große Klassen überfordern Lehrer. Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt

Vollgestopfte Klassen, überforderte Lehrer und Flüchtlingskinder , die teilweise kaum ein Wort Deutsch sprechen. Die Situation in den Schulen im Saarland ist angespannt – es fehlt an Schulsozialarbeitern und Lehrerstellen. Die Klassen sind zu groß, die Lehrer können sich nicht um die Bedürfnisse der einzelnen Schüler kümmern. Um traumatisierte Flüchtlingskinder schon gar nicht.

„Aktuell muss der von der Landesregierung bislang durchgeführte und künftig geplante Stellenabbau im Lehrerbereich wegen der Zunahme an schulpflichtigen Flüchtlingskindern in Frage gestellt werden“, merkte der Vize-Fraktionschef der Grünen im Landtag Klaus Kessler in einer Anfrage an die Landesregierung bezüglich der Einstellungs- und Personalisierungsdaten zum Schuljahr 2015/16 an. Die schwarz-rote Koalition im Saarland hatte sich 2012 auf einen harten Sparkurs geeinigt, der einen massiven Stellenabbau im öffentlichen Dienst beinhaltete. Trotz Schuldenbremse hat die Regierung den Abbau der Lehrerstellen erst einmal eingestellt.

Man habe auf die Zunahme schulpflichtiger Flüchtlinge kurzfristig reagiert, steht in dem Antwortschreiben der Landesregierung. Außerdem werden in dem Schreiben vorläufige Zahlen über Schüler und Klassen, Neueinstellungen und den ursprünglich geplanten Abbau von Lehrerstellen bekannt gegeben: Die Anzahl der Neueinschulungen ist gestiegen – während an den Gemeinschaftsschulen im vergangenen Schuljahr 4171 Schüler eingeschult wurden, waren es dieses Schuljahr 4275, an Gymnasien ist die Zahl der Einschulungen von 3143 auf 3316 gestiegen. Dementsprechend ist auch die Anzahl der Klassen gestiegen – an Gemeinschaftsschulen von 175 auf 179, an Gymnasien von 120 auf 130. Außerdem hat es dieses Schuljahr 237 unbefristete Lehereinstellungen gegeben, im Vorjahr nur 211. Anfang November seien an allgemeinbildenden und Berufsschulen im Saarland 3135 Flüchtlings- und Zuwandererkinder beschult worden, 550 mehr als einen Monat zuvor, berichtete eine Sprecherin des Bildungsministeriums in Saarbrücken . Die Zahl der Flüchtlingskinder stieg an Gemeinschaftsschulen von 1150 auf 1431, an Berufsschulen von 400 auf 470. Nur für wenige Flüchtlinge wurden „Willkommensklassen“ eingerichtet, wo die Schüler in eigenen Gruppen Deutsch lernen. Im Zeitraum zwischen Anfang November 2015 bis Ende Januar 2016 sollen nach Angaben der Regierung in Abhängigkeit von der tatsächlichen Anzahl schulpflichtiger Flüchtlinge 130 zusätzliche Vollzeitlehrer eingestellt werden – 230 zusätzliche Stellen hatte Kessler Anfang Dezember im Landtag gefordert (wir berichteten).

„Für diese 130 zusätzlichen Stellen mussten wir hart kämpfen. Und wahrscheinlich brauchen wir noch mehr“, befürchtet auch Lisa Brausch, Landesvorsitzende des Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Einige Stellen seien auch nur befristet und keine Planstellen. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Peter Balnis, teilt diese Ansicht: „Der Notbedarf an zusätzlichen Stellen ist zwar abgedeckt, aber die werden voraussichtlich nicht ausreichen.“ Er fände es aber gut, dass ab Februar das Bildungs- und Finanzministerium sich monatlich einen neuen Überblick über die Lage verschafften und über zusätzliche Stellen kurzfristig entscheiden könnten. Dafür seien Mittel im Doppelhaushalt vorgesehen.
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