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Stengels Anwälte raten weiterhin von Rücktritt ab


Schiffweiler. Der Druck auf den Schiffweiler Bürgermeister Wolfgang Stengel.(44, SPD, Foto) wächst. Auch seine Orts-Genossen fordern nun den Rücktritt. Stengels Anwalt Manfred Seiler (43) rät aber weiter davon ab.

Ein Amtsverzicht wegen der Vorwürfe, Kinderporno-Fotos auf den Laptop geladen zu haben, wäre für Stengel ein Fall ins Bodenlose. Es käme einem Schuldeingeständnis gleich, auch verlöre er alle Bezüge und Ansprüche. Denn Stengel, vor seiner Amtszeit 2006 Mitarbeiter des Steinkohle-Förderers DSK, hat auf das Recht verzichtet, in seinen alten Job zurückzukehren. Stengels Anwalt Manfred Seiler: „Unsere juristische Empfehlung ist ganz klar: Er soll nicht zurücktreten.“ Seiler ist sicher, die Unschuld seines Mandanten beweisen zu können.
Der Vorwurf: Stengel soll Kinderporno-Bilder am 16..Juli 2007 auf seinem PC gelöscht haben – das beweise laut Staatsanwalt, dass Stengel von den Bildern wusste. Seiler: „Wir können beweisen, dass Stengel zum Zeitpunkt der Löschung zwischen einer Hochzeit und einer Besprechung am Bauhof unterwegs war.“ Dafür gebe es Zeugen. Demnach habe Stengel nur zwei Minuten Zeit gehabt, zwischen beiden Terminen nach Hause zu fahren und die Bilder zu löschen. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, das dies möglich war. Seiler am Freitag zu 20cent: „Heute ist uns die Anklageschrift zugegangen. Innerhalb einer Woche müssen wir uns dazu äußern.“ Man wolle zunächstverhindern, dass das Landgericht die Anklage zulässt. Gelingt dies nicht, sei mit einem Prozess Anfang 2009 zu rechnen.
Derweil denkt die Schiffweiler CDU über eine Abwahl Stengels nach. Gegenüber dem SR sagte Gemeindeverbandsvorsitzender Mathias Jochum (27), man wolle am kommenden Montag im Fraktionsvorstand und dem Gemeindeverbandsvorstand darüber reden. 30.Prozent der Schiffweiler Wahlberechtigten müssten gegen Stengel stimmen. Die Orts-Genossen einigten sich derweil nicht geschlossen auf die Rücktrittsforderung. Laut SR votierten insbesondere Sozialdemokraten aus Stengels Heimatort Heiligenwald fürden derzeitigen Amtsinhaber. Eric Kolling


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Kommentar

Rücktritt wäre K.o.

von Eric Kolling

Auch die eigene Partei vor Ort fordert nun offen den Rücktritt des Bürgermeisters. Doch Wolfgang Stengel.(SPD) bleibt im Amt. Sein gutes Recht, denn auch für ihn muss weiter die Unschuldsvermutung gelten. Von Beginn an hat er die Vorwürfe bestritten, kostspielige Gutachten erstellen lassen und so für den Beweis seiner Unschuld gekämpft. Reiner Wahnsinn, wenn er von den Kinderporno-Fotos gewusst und sie gelöscht hat.
Für die Gemeinde ist der aktuelle Zustand natürlich denkbar ungünstig, Entscheidungen von Tragweite sind ohne einen Rathauschef kaum machbar.
Doch auch, dass es erst jetzt zur Anklage kommt, über ein Jahr nach Bekanntwerden der Vorwürfe, ist nicht Stengels Schuld.
Würde ein möglicherweise zu Unrecht beschuldigter Bürgermeister jetzt seinen Hut nehmen, wäre das ein Schuldeingeständnis. Das hieße: Job weg, Ansprüche weg, Ruf zerstört, Leben zerstört.







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