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Sterben Luchse in den Vogesen zum zweiten Mal aus?



Epinal. Vor fast 30 Jahren wurde in Ostfrankreich ein Programm zur Wiederansiedlung von Luchsen gestartet: Mehr als 20 Tiere wurden in den Vogesen ausgesetzt. Doch heute ziehen die Experten eine traurige Bilanz. Nur noch selten wird in dem Mittelgebirge eine der scheuen Wildkatzen gesichtet. Vieles deutet darauf hin, dass der Luchs in den Vogesen, wo er bis ins 18. Jahrhundert heimisch war, bald ein zweites Mal aussterben könnte. Wie viele Luchse noch in freier Wildbahn in den Vogesen leben, weiß niemand genau. Umweltschützern zufolge sind es höchstens zehn. Die staatliche französische Jagdbehörde (ONCFS) versucht seit Dezember, den Bestand zu ermitteln. „Wir wollen als erstes herausfinden, ob die Befürchtungen der Tierschutzorganisationen berechtigt sind“, erläutert ein Sprecher der Präfektur im Vogesen- Städtchen Epinal.

Das Ergebnis der Zählaktion, das in diesem Monat veröffentlicht werden könnte, werde aber nicht unbedingt Aufschluss über die Gründe für ein mögliches Aussterben der Wildkatzen geben, betont der Leiter des Luchs-Programms bei der Jagdbehörde, Eric Marboutin. Nach seiner Überzeugung erschwert die „Zerstückelung“ der Vogesen durch Straßen und Bahnlinien das Überleben der Tiere. Denn die zwischen 60 und 75 Zentimeter hohen und bis zu 40 Kilo schweren Raubkatzen benötigen ein Revier von mindestens 150 Quadratkilometern, um sich zu ernähren.

Die Verkehrsinfrastruktur bremse auch eine Abwanderung der Wildkatzen aus anderen Gebieten in die Vogesen, sagt Marboutin. Im Jura etwa, das im Süden an die Vogesen grenzt, gebe es heute wieder rund hundert frei lebende Luchse. Angesichts dieser Situation fordern Umweltschützer gesicherte „ökologische Korridore“, die Luchsen die Abwanderung in Richtung Vogesen erleichtern könnten. Nach Überzeugung von Umweltschutzorganisationen werden Luchse auch immer wieder Opfer von Jägern oder Schafzüchtern, die von Anfang an gegen das Wiederansiedlungsprogramm mobilmachten. Rund ein Dutzend Luchse seien seit Beginn der Initiative im Jahr 1983 erschossen worden, versichert Alain Laurent vom Luchs- Netzwerk in den Vogesen.
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