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Steuer 2016: Das hat sich geändert

Besserung bei der kalten Progression: kleine Schritte in die richtige Richtung

Die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel wurden von deutschen Steuerzahlern besonders emotional mitgetragen. Das gilt besonders für die Gegner der kalten Progression. Diese ist aus Steuerzahlersicht eines der größten Ärgernisse im deutschen Steuersystem. Mehreinkünfte werden zu einem großen Teil von der höheren Besteuerung nichtig gemacht, sodass mehr Brutto nur zu unwesentlich mehr Netto führt. Spitzenverdiener sind davon ausgenommen, da viele Abgaben ab einem gewissen Niveau gedeckelt sind, doch gerade in der Mitte und darunter kann die Progression sehr schmerzhaft sein.

Der Staat ist bemüht, die kalte Progression abzuschwächen und 2016 geschieht dies durch eine Anhebung der Eckwerte des Steuertarifs um 1,48 Prozent, also der kumulierten Inflationsrate aus den Jahren 2014 und 2015. Der Freibetrag wurde für 2016 von 8.472 auf 8.652 Euro erhöht und bedeutet eine weitere Entlastung.

Kindergeld 2016: Erhöhung und Steuer-ID-Pflicht

Neues gibt es auch beim Thema Kindergeld. Dieses wurde auf 190 Euro pro Monat angehoben, allerdings ist für den Bezug nun eine Steueridentifikationsnummer nötig, welche nach der Geburt des Kindes automatisch zugeschickt wird. Wer den entsprechenden Brief verlegt hat, kann die Steuer-ID jederzeit neu anfordern. Das Kindergeld wird weiterhin gestaffelt je nach Anzahl der Kinder ausgeschüttet, und zwar aktuell in folgender Höhe:

190 Euro gibt es jeweils für die ersten beiden Kinder beim dritten Kind sind es 196 Euro ab dem vierten Kind erhalten Eltern 221 Euro pro Kind

 

Diese Staffelung wird mit den überproportionalen Mehrkosten begründet, die ab dem dritten Kind in manchen Lebensbereichen entstehen (etwa beim Familienauto). Darüber hinaus wurde der Kinderfreibetrag auf 7.248 Euro erhöht. Ebenfalls wichtig zu wissen für Eltern, deren Kinder Geld verdienen: Die Beitragsgrenze für die Familienversicherung liegt nun bei 415 Euro. Vorher waren es 405 Euro.

Darüber hinaus profitieren alle Ehepartner und eingetragene Lebenspartner (auch kinderlose) von einer Änderung beim Faktorverfahren in Steuerklasse IV. So soll der beantragte Faktor fortan für zwei anstatt für nur ein Kalenderjahr gelten, doch Achtung: Noch ist die Neuerung nicht aktiv umgesetzt.

Darauf müssen Selbstständige 2016 achten

Im Zuge der sogenannten Bürokratieentlastung (vom 28. Juli 2015) wurde die Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Selbstständige und Unternehmer vereinfacht. Außerdem fällt die Funktionsbeschreibung von Wirtschaftsgütern weg. Seit dem 1. Januar können angeschaffte Güter ganz ohne Zusatzinformationen steuerlich geltend gemacht werden, allerdings muss die Summe der Abzugsbeträge nun elektronisch übermittelt werden. Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG kann damit in der Summe unkomplizierter als vorher gebildet werden – und die Überprüfbarkeit der Posten seitens des Finanzamts entfällt. Dieser Punkt ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Fazit: positive Tendenz deutlich sichtbar

Abgesehen davon haben viele alte Regeln sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige weiterhin Bestand. Das gilt insbesondere beim Absetzen von Kosten, sei es bei Online-Weiterbildungen, der Pendlerpauschale oder Werbungskosten. Die kommende Steuererklärung wird sich formell also nicht allzu sehr verändern, allerdings spielen die Veränderungen Steuerzahlern finanziell in die Karten, und in manchen Fällen wird der Aufwand stark verringert.

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