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Stichwahl in St.Ingbert
Lauer gewinnt in Merzig

Während der Merziger Oberbürgermeister Alfons Lauer in seinem Amt bestätigt wurde, muss der St. Ingberter Amtskollege noch zittern. Er tritt in zwei Wochen zur Stichwahl gegen Hans Wagner an.

Während der Merziger Oberbürgermeister Alfons Lauer in seinem Amt bestätigt wurde, muss der St. Ingberter Amtskollege noch zittern. Er tritt in zwei Wochen zur Stichwahl gegen Hans Wagner an.

St. Ingbert/Merzig.

Jung und Wagner gehen in die Stichwahl

Amtsinhaber Georg Jung und Hans Wagner werden sich am 6. November in einer Stichwahl um das St. Ingberter Oberbürgermeisteramt gegenüberstehen. Die Stunde, bis dieses Ergebnis gestern Abend feststand, war spannend wie ein Krimi. Jungs Erstrundensieg war rasch klar, Wagner und Sven Meier lieferten sich jedoch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz.

Von Michael Beer und Manfred Schetting (SZ)

St. Ingbert. Im Foyer des Rathauses ist um 18.45 Uhr der Teufel los. Gut 100 Menschen, darunter viele bekannte Gesichter der Kommunalpolitik, starren in eine Richtung. Auf einer großen Leinwand laufen seit genau 18.12 Uhr, als im ersten der beiden Rentrischer Wahllokale ausgezählt war, die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke nach und nach ein. Die Oberbürgermeisterwahl ist spannend wie ein Krimi. Es fehlen nur noch die Briefwahlbezirke. Wer geht neben Amtsinhaber Georg Jung (CDU) in die Stichwahl? Hans Wagner, Rohrbachs Familien-Partei-Ortsvorsteher und als Unabhängiger angetreten, hat leicht die Nase vorn. Er steht im hinteren Teil des Raumes, eine Hand am Revers, eine in der Hosentasche, wenn nicht gerade das Telefon klingelt. Um ihn herum viele Parteifreunde und Unterstützer wie Christian Haag (FW) und Oliver Kleis (Linke). 400 Stimmen liegt Wagner vor dem Sozialdemokraten Sven Meier. Beim vorletzten Bezirk ist der Vorsprung aufgebraucht, Meier liegt mit ein paar Stimmen vorne. Die Wagner-Anhänger wechseln die Farbe. Wenige Minuten später bricht Jubel los, als sei die OB-Wahl schon entschieden. Hinter Georg Jung, der mit knapp 39 Prozent Erstrundensieger ist, landet Wagner auf Platz zwei mit 27,1 Prozent. Sven Meier fehlen gerade mal 124 Stimmen (26,4 Prozent). Abgeschlagen enden Charlotte Mast (Grüne) mit fünf Prozent und Tim Hönig (FDP) mit 2,7 Prozent.

Eine Etage über dem Foyer verfolgt Amtsinhaber Georg Jung die Stimmenauszählung eher zurückgezogen. Der OB fiebert in seinem Amtszimmer im ersten Stock des Rathauses mit, wo er sich mit Stephan Toscani, dem Innenminister und Kreisvorsitzenden der saarpfälzischen CDU zur Auszählung trifft. An seinem Dienst-PC verfolgt Jung, wie sich das Auf und Ab der Kandidaten-Anteile entwickelt. Erst eine Viertelstunde nachdem das vorläufige Endergebnis feststeht, stellt sich der Sieger des Wahlabends neben seinem Dienstzimmer der wartenden Presse.

Jung, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Doris vor die Kameras und Mikrofone tritt, dankt seinen Wählern, um sich dann, wie schon zuvor Toscani durchaus zufrieden mit seinem Stimmenvorsprung zu zeigen. Dass er jetzt mit Hans Wagner in die Stichwahl geht, nimmt er gelassen: „In einem demokratischen Wettstreit akzeptiere ich selbstverständlich jeden Gegner.“ Völlig überrascht ist er von der nötigen Stichwahl nicht: „Ich bin vorbereitet, es gibt für den Wahlkampf in den nächsten 14 Tagen auch einen Plan B.“

Bewusst will Jung jetzt weiter seine „engagierte Sacharbeit“ in den Mittelpunkt stellen, „als Gegenmodell zur Polarisierung“, wie er betont. Zudem will der amtierende Rathauschef den Wählern im Kampf um die Wiederwahl, die er nunmehr im zweiten Wahlgang anstrebt, vermitteln, dass es weitergehen soll „mit jener Politik für die Stadt, die eine große Mehrheit aus Rat und Verwaltung zusammen mit mir als Oberbürgermeister in den vergangenen sieben Jahren ermöglicht hat“. Mit dieser Aussicht auf zwei weitere Wochen intensiven Wahlkampfs verabschiedet sich Jung ins Eventhaus, wo er mit seinen CDU-Parteifreunden den Wahlausgang feiert.

Kontrahent Wagner zieht’s mit seinen Anhängern in den Stadtkrug. Natürlich habe er gezittert, sagt er dort. Aber er ist auch ausgesprochen optimistisch. „Jetzt packen wir’s“, verströmt er Siegesgewissheit. Für Transparenz, Schuldenstopp und den Abschied von Leuchtturmprojekten stehe er. Und das wollten auch viele Bürger. Die Parteien, die gegen Amtsinhaber Jung einen Kandidaten aufgestellt hätten, möchte er jetzt für sich gewinnen. Zudem sei Jung in der eigenen Partei umstritten. Den Sprung an die Rathaus-Spitze hält er allemal für machbar.


Deutliche Bestätigung für Amtsinhaber Lauer
 

Mit 66,09 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde am Sonntag bei der OB-Wahl in Merzig Amtsinhaber Alfons Lauer wiedergewählt. Drei Herausforderer blieben chancenlos. Desaströs war das Ergebnis der CDU.
Von SZ-Redakteur Wolf Porz

Merzig. „Jetzt wird gefeiert – aber so richtig!“ Der Satz von Alfons Lauer hatte etwas Erlösendes. Gestern Abend sagte er ihn im Sitzungsaal des Rathauses und unter dem Beifall seiner Anhänger. Mit 66,09 Prozent wurde Lauer am Sonntag für weitere acht Jahre zum Oberbürgermeister der Kreisstadt gewählt, „ein unglaublich beeindruckendes Ergebnis“, wie er sagte. Das deutliche Wählervotum sei für ihn eine Bestätigung und der Auftrag „mit Mut und Leidenschaft die Stadt weiter nach vorne“ zu bringen.

Zu Lauers ersten Gratulanten – die Familie und ganz enge Freunde hatten ihn am Wahlabend begleitet – gehörten neben den Spitzen aus der eigenen Partei die Wahl-Herausforderer. Allen voran Manfred Klein, der für die CDU angetreten war, der aber eine fast erdrutschartige Niederlage hatte einstecken müssen. Kleins 27,21 Prozent lagen nicht nur, wie er sagte „deutlich hinter den Erwartungen zurück“, sondern vor allem nochmals drei Prozent unter dem Ergebnis, das die Christdemokraten vor acht Jahren bei der letzten OB-Direktwahl eingefahren hatte. „Ein Wille zu Wechsel war in Merzig nicht zu spüren“, sagte der gescheiterte CDU-Mann.

Mit knapp fünf Prozent lag auch Grünen-Kandidat Michael Rauch hinter seinen persönlichen Erwartungen zurück. „Bei Direktwahlen gelten andere Gesetzmäßigkeiten“, sagte er, dennoch zumindest darüber zufrieden, dass er das Direktwahl-Ergebnis seiner Partei von vor acht Jahren fast verdreifacht hat. Für den abgeschlagenen FDP-Mann Patrick Maurer war vor allem auch wichtig, dass „die Liberalen in Merzig Flagge“ gezeigt haben.

Der Wahlabend verlief ruhig wie selten. Lauers deutlicher Sieg zeichnete sich relativ früh ab. Während im Rathaus Vorbereitungen für eine TV-Livesendung liefen und der Amtsinhaber in seinem Büro sich über die Stimmabgaben in den 17 Stadtteilen informierte, saßen in der Markthalle die Christdemokraten über den aktuellen Zahlen. Ungläubigkeit jedes Mal, wenn ein weiterer Stadtteil ausgezählt war. „Bei uns wird zum Wochenbeginn intern Ursachenforschung betrieben“, sagte ein Christdemokrat. Keine riesige Überraschung also, als Punkt 19.30 Uhr Wahlleiter Bürgermeister Fredi Horf das vorläufige amtliche Ergebnis verkündete. Einzig die schwache Wahlbeteiligung gefiel keinem Politiker an diesem Abend. Vor acht Jahren war sie mit 60 Prozent schon nicht atemberaubend. Am Sonntag gingen nur etwas mehr als jeder zweite Merziger zur Wahlurne.
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