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Stiefvater muss wegen Missbrauchs ins Gefängnis

Saarbrücken/Perl. Fünf Jahre muss ein 66-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis. So urteilte gestern die Erste Große Strafkammer am Landgericht Saarbrücken. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Frührentner sich in den Jahren 2000 bis 2003 an der Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen hat. Es begann, als das Mädchen zehn Jahre alt war. „Dieser Prozess hat nur die Spitze des Eisbergs zum Vorschein gebracht“ sagte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Der Mann hat die Vorwürfe vom Auftakt bis zum Ende des Prozesses bestritten. Er sieht sich als Opfer einer „üblen Kampagne“ seiner damaligen Lebensgefährtin. Der Verteidiger sieht Widersprüche in den Aussagen der Zeugen. Die Vorwürfe lägen lange Zeit zurück, der Angeklagte habe daher keine Möglichkeit mehr, Alibis anzugeben. Der Angeklagte sei daher frei zu sprechen.

Aber die Richter glaubten auch seiner Beteuerung nach den Plädoyers nicht. „Ich habe meiner Stieftochter wirklich nichts angetan“, sagte er. Die Strafkammer folgte dem Antrag der Staatsanwältin und verhängte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Dabei waren sich die Richter bewusst, dass Aussage gegen Aussage steht. Aber das heute 20-jährige Opfer der Vorfälle habe keine Belastungstendenz erkennen lassen. Mehrfach hätte sie Gelegenheit gehabt, den Angeklagten Gewaltanwendung vorzuwerfen. Das hat sie nie getan. Als die Übergriffe aufhörten, setzten Repressalien des Stiefvaters ein, er habe wie ein eifersüchtiger Liebhaber reagiert. Erst als sie mit der Last nicht mehr klarkam, offenbarte sie sich ihrem Freund. Dann sagte sie es ihrer Mutter, die sich an eine Beratungsstelle wandte. Nach einer langen Bedenkzeit ging es zur Polizei. jht

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