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Storch, Biber, Wildkatze und Co. – so heißen unsere Nachbarn

In Lauerstellung ist diese Wildkatze auf einer Wiese bei Werschweiler. Foto: Linxweiler

In Lauerstellung ist diese Wildkatze auf einer Wiese bei Werschweiler. Foto: Linxweiler

Spätestens, als 2015 der erste Nachwuchs im St. Wendeler Land seit mehr als 100 Jahren geboren wurde, war klar: Der Storch ist Star der heimischen Fauna. Und das, obwohl Adebar nicht das ganze Jahr bei uns verbringt. Dieser Tage brechen die Tiere wieder in Richtung Winterquartier im Süden auf.

 

Ob in der Luft, in Wald, auf der Wiese oder im Gewässer : Das Ostertal hat einige interessante tierische Bewohner zu bieten. Das machen Jürgen Mennig, Richard Linxweiler und Peter Volz vom Bund Naturschutz Ostertal (BNO) bei einem Besuch in der Redaktion an zahlreichen Beispielen deutlich. Jürgen Mennig, Revierleiter im Ostertal, verbringt schon von Berufswegen viel Zeit in den Wäldern. Seit 32 Jahren ist er in der Region eingesetzt. In all dieser Zeit habe es Wildkatzen gegeben. „In den 50er- und 60er-Jahren waren die Tiere in Deutschland sehr selten“, erinnert sich Mennig. In unserer Region hätten sich aber wohl immer Tiere aufgehalten. Die Naturschützer haben den Beweis dafür angetreten, indem sie aufgeraute Holzlatten im Wald platzierten und diese mit Baldrian einrieben. Die Wildkatzen werden von dem Geruch angezogen, strichen an dem Holz entlang und ließen Haare zurück. „Diese stammten eindeutig von Wildkatzen“, sagt Mennig. Im Gegensatz zum Stubentiger sind diese Tiere an den Wald gebunden und verlassen ihn in der Regel nie.

 

Bei Werschweiler gibt es das Katzenloch. Dort leben die Wildkatzen in Nachbarschaft mit Fuchs und Dachs, wie Linxweiler berichtet. Sie mögen die Südlage dort, wo im Winter der Schnee rasch taut. „Die Tiere sind empfindlich gegenüber Kälte und Nässe“, weiß Mennig. Saarforst helfe den Wildkatzen, indem alte, hohle Bäume stehen gelassen werden. Dort finden sie einen Unterschlupf.

 

Seit mittlerweile 20 Jahren lebt der Biber dauerhaft entlang der Oster. Peter Volz erinnert daran, dass sich die Naturschützer anfangs gegen die Ansiedlung des Nagers wehrten. Die Begründung: „Der Biber war bei uns nicht heimisch, sondern der Fischotter.“ 1952 sei das letzte Tier im Ostertal geschossen worden. „Vielleicht sollten wir eine Wiederansiedlung des Fischotters probieren.“

 

Einen Versuch der Ansiedlung starteten Tierschützer vor zehn Jahren mit dem Nerz. Sieben Tiere seien ausgewildert worden. „Wir wissen aber nicht, was daraus geworden ist“, sagt Mennig. Es gibt eine Reihe von Tieren, die nicht so leicht zu entdecken sind. Dazu zählt auch der nachtaktive Waschbär. Der Revierleiter im Ostertal geht davon aus, dass das Säugetier bei uns lebt. 1972 sei ein Waschbär geschossen worden.

 

Auch tagsüber im Wald zu beobachten ist der Baum- oder Edelmarder. Dieses Waldgebundene Tier ähnelt seinem Verwandten, dem Steinmarder, stark. Zu unterscheiden ist er durch seine gelbe Kehle. „Bis vor 20 Jahren war er sehr selten, inzwischen haben wir eine ganz gute Population“, erklärt Mennig.

 

Immer häufiger anzutreffen, ist die Nilgans. Ein aggressiver Zeitgenosse. „Sie verteidigt ihr Revier gegen alle Artverwandten“, erläutert Mennig.

 

Heimisch an der Oster ist der Eisvogel oder auch die Wasseramsel. Letztere ist ein interessantes Tier. „Es läuft unter Wasser und holt sich da sein Futter“, beschreibt Linxweiler. „Es ist der einzige Singvogel, der so etwas kann“, ergänzt Volz. Etwa 19 Nisthilfen entlang der Oster und ihren Nebenarmen wurden aufgestellt. Diese nehmen die Wasseramseln gerne an. Sie seien fast alle belegt, die Population stabil. 1976 wurde der Vogel erstmals hier registriert. Die Wasseramsel ernährt sich von Köcherfliegen. Deren Vorkommen wiederum spricht für eine gute Wasserqualität. Daher hat sich auch der Kleinfisch Groppe wieder in der Oster angesiedelt. Er stelle höchste Ansprüche an die Wasserqualität.

 

Dort, wo es reichlich Groppen und Bachforellen gibt, fühlt sich wiederum der Schwarzstorch wohl. Denn die Fische sind fester Bestandteil seines Speiseplans. Zurückgekehrt sind in die Gewässer des Ostertals auch die Edelkrebse. „Die habe ich als Kind immer gefangen“, erinnert sich Linxweiler.

 

Ob Europas größte Eule, der Uhu, oder der geschützte Rotmilan – auch diese Tiere sind im Ostertal zuhause. Als eleganter Flieger beschreiben die Naturschützer den Kolkraben, der etwa so groß wie ein Bussard ist. Seit den 80er-Jahren lebt er hier. Ein Zugvogel, der gerne mal in der Region Station macht, ist der Baumfalke. Laut Mennig der „geschickteste Flieger“. Auch der Wendehals, eine Spechtart, lässt sich auf den Streuobstwiesen bei Bubach nieder. „Der Vogel war hier ausgestorben. Aber durch das Weideprojekt des BNO ist er wieder aufgetaucht“, sagt Volz. Das Futterangebot auf den Wiesen lockt ebenso den seltenen Mittelspecht an.

 

Eine Brut von Schwarzkelchen in Werschweiler oder ein Foto, das Linxweiler von einem Wiedehopf mit buntem Gefieder geschossen hat, zeigen den Naturschützern, dass die ein oder andere Vogelart ins Ostertal zurückkehrt ist. Regelmäßiger Gast ist der Silberreiher. Auch der könnte sich wieder ansiedeln, glaubt Mennig. Der Schreitvogel wird hin und wieder aus der Distanz mit dem Weißstorch verwechselt,

 

Apropos Storch. Adebar ist ein beliebtes Fotomotiv in der Region. Die Naturschützer bitten Hobbyfotografen: Wenn sie ein Tier vor der Linse haben, auch den Ring ranzoomen und ablichten. So können die Vögel zugeordnet werden.
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