L365 Nonnweiler Richtung Weiskirchen Zwischen Wadrill und Steinberg Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (totes Tier) (10:44)

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Strafprozess: Einblicke in die Gedankenwelt von Dieben

Nach diesem Strafprozess gegen eine Einbrecherbande kann man die vertraute Welt im Saarland mit anderen Augen sehen – mit den Augen eines Einbrechers auf der Suche nach Beute. Seit Dezember vergangenen Jahres mussten fünf Rumänen im Alter zwischen 23 und 45 Jahren regelmäßig auf die Anklagebank der Strafkammer des Landgerichts. Der Staatsanwalt machte sie für eine Serie von mehr als 30 vollendeten oder versuchten Einbrüchen in Häuser im Raum Saarlouis verantwortlich. Dabei wurde zwischen Ende 2012 und April 2013 ein Schaden von mehr als 360.000 Euro verursacht.

Im Zuge des Verfahrens wurde ein Teil der Vorwürfe eingestellt. Am Ende wurden die Angeklagten – abhängig von der Zahl und Qualität ihrer Taten – zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der Hauptangeklagte soll vier Jahre hinter Gitter, zwei Männer für drei Jahre und drei Monate sowie für zwei Jahre und drei Monate. Zwei Weitere bekamen zwei Jahre sowie ein Jahr Gefängnis auf Bewährung.
Vor Gericht hatten die Angeklagten Geständnisse abgelegt und dabei einen tiefen Blick in die Welt der Profi-Einbrecher erlaubt. Demnach waren die Männer und weitere Landsleute Teil einer professionell und arbeitsteilig organisierten Bande. Dort gab es Männer für Logistik, Planung und Koordination von Tat und Beuteverwertung. Ebenso gab es Mitglieder, welche die Einbrüche übernahmen und wiederum andere, die sich um den Transport der Männer, der Beute oder um die Verwertung des Diebesgutes kümmerten.

Der typische Einbruch dieser Bande lief so ab: Zunächst einmal wurde das mögliche Tat-Objekt ausgesucht. Dabei gab es aus Sicht der Einbrecher „gute Häuser“ und „schlechte Häuser“. Aber was ist für Einbrecher ein gutes Haus? Die Antwort eines Angeklagten: Ein Einfamilienhaus mittleren Alters, allein stehend, uneinsehbar umrahmt von hohen Hecken mit einem deutschen Auto der gehobenen Mittelklasse vor der Tür. Solche Objekte wurden dann näher unter die Lupe genommen.

Beispielsweise so: Jemand klingelte an der Haustür, fragte nach irgendetwas (Nachbar, Arzt, Apotheke) oder bat um ein Glas Wasser. Und während der Wohnungsinhaber nach Antwort oder Wasser suchte, wurde von dem Hilfe-Suchenden die genaue Lage vor Ort abgeklärt. Später – wenn wahrscheinlich niemand zu Hause war – rücken die Einbrecher an. Sie waren in der Regel zu Dritt. Einer wartete abseits im Auto. Einer (der Späher) ging zu dem Haus und klingelte. Wenn niemand da war, rief der Späher den zweiten Mann. Beide gingen hinter das Haus. Dort hebelten sie die Terrassentür, die Kellertür oder ein Fenster auf. Im Extremfall schlugen sie eine Scheibe ein, griffen durch das Loch und öffneten Tür oder Fenster. In dem Anwesen suchten sie in erster Linie Bargeld, Schmuck und wertvolle Elektrogeräte, packten die Beute in einen entwendeten Kissenbezug und suchten das Weite. Sobald das Risiko der Entdeckung zu hoch war, wurde die Tat abgebrochen.
Aber wann war das Risiko zu hoch – oder: Was ist für einen Einbrecher ein schlechtes Haus? Diese Frage wurde weniger im Prozess, aber dafür mehr in den Sitzungspausen diskutiert. Die Antworten: Alles, was die Einbrecher stören oder ihr Risiko erhöhen kann, nützt dem Wohnungs- oder Hausinhaber. Besonders schädlich ist eine aufmerksame, lebhafte Nachbarschaft. Diese Nachbarn fragen Ortsfremde beispielsweise schon auf der Straße: Kann ich Ihnen helfen? Zu wem möchten Sie denn?

Das ist ein klares Signal: Wir sind da und passen auf. Hierbei ist auch eine offene Gartengestaltung mit freiem Blick auf alle Seiten eines Hauses hilfreich. Dann sieht der Nachbar zwar, was man beim Grillabend auf dem Rost liegen hat – aber er sieht auch die Einbrecher auf der Rückseite des Hauses. Sehr effektiv sind auch Hunde, die das Gebiet im Auge behalten. Eine solche lebende Alarmanlage ist kaum kalkulierbar.

Ein solches Umfeld macht es Einbrechern schwer. Dazu kommen dann noch die altbekannten technischen Maßnahmen an Türen, Fenstern und Rollläden. Sie sollten bei Abwesenheit fest geschlossen, von außen schwer zu öffnen und unter Umständen zudem mit einem Schloss gesichert sein.
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