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Straßenlaterne per Handy schalten: Saarbrücken findet's gut

In einer Gemeinde in Nordrhein-Westfalen können die Einwohner die Straßenbeleuchtung per Handy einschalten. In Saarbrücken findet man das Konzept gut, konkrete Pläne zur Umsetzung gibt es aber noch nicht.

In einer Gemeinde in Nordrhein-Westfalen können die Einwohner die Straßenbeleuchtung per Handy einschalten. In Saarbrücken findet man das Konzept gut, konkrete Pläne zur Umsetzung gibt es aber noch nicht.

Saarbrücken. Wer nachts mit seinem Hund Gassi geht oder von seiner Stammkneipe nach Hause möchte, ist froh, wenn die Straßenbeleuchtung noch nicht ausgeschaltet ist. Vor allem, wenn er in einer dünn besiedelten Gegend wohnt. In der nordrhein-westfälischen Gemeinde Dörentrup in der Nähe von Bielefeld können die Einwohner mit ihren Handys die Straßenbeleuchtung entlang bestimmter Strecken einschalten. „Das ist kostenfrei für die Bürger“, erklärt Dieter Grote, Erfinder des Konzepts „dial4light“ (Licht per Anruf). Damit die Straßenlaternen an einer Strecke eingeschaltet werden, ruft man eine Festnetznummer an und gibt eine Ziffernfolge ein, entweder über die Tastatur des Telefons oder mit seiner Stimme. Schon leuchten die Lampen entlang der Strecke für zehn bis 15 Minuten auf. „Auf den Laternen kleben die Codes, die man eingeben muss“, erklärt Grote.

Einschalten auch per Festnetz

Nicht nur vom Handy, sondern auch vom Festnetztelefon Zuhause kann man die Beleuchtung einschalten. „Sogar ältere Bürger haben damit keine Probleme“, freut sich Grote. Manche Kneipenbesitzer würden so den Heimweg für ihre Gäste beleuchten lassen.

Einen positiven Effekt habe das System für die Gemeinde auch. „Das Licht muss nicht unnötig brennen. Das spart Strom“, sagt Grote. Geeignet sei es aber nur für schwach frequentierte Strecken. In der Saarbrücker Bahnhofstraße beispielsweise würde die Beleuchtung dadurch nicht weniger brennen als sonst. In Saarbrücken hat man bereits von dem Konzept gehört. „Insgesamt gesehen ist das eine tolle Sache, die immens Kosten spart“, sagt Joachim Schiff, Werksleiter des Informations- und Kommunikationsinstituts (IKS) der Stadt Saarbrücken. Dass das System nur von jüngeren Leuten genutzt würde, glaubt er nicht. „Ich bin auch schon über 60 und ich würde es nutzen“, versichert er. Die Investition werde sich gewiss lohnen. Auch er betont, dass sich das Konzept nur für Saarbrücker Randgebiete, beispielsweise für Seitenstraßen eigne. „Am St. Johanner Markt könnten wir uns das nicht leisten“, erklärt er.

Keine konkreten Pläne

Konkrete Pläne, das Konzept in Saarbrücken einzuführen, gibt es laut Stadtpressesprecher Thomas Blug aber derzeit nicht. Das Projekt könne in einer Großstadt wie Saabrücken nur mit einem erheblichen Aufwand umgesetzt werden. „Zunächst müssten wir eine entsprechende Infrastruktur schaffen und dazu einen zweistelligen Millionenbetrag investieren“, erklärt er. An gefährlichen Kreuzungen oder an Fußgängerüberwegen müsse die Beleuchtung schon aus reinen Sicherheitsgründen immer eingeschaltet bleiben. „Zudem benötigen die von der Landeshauptstadt betriebenen Natrium-Dampf-Lampen rund zehn bis 15 Minuten, um hell zu leuchten und könnten damit für einen 15-minütigen Einsatz nicht genutzt werden“, führt Blug aus.

In Dörentrup ist man von dem Projekt überzeugt. „Die häufigste Schaltfrequenz haben wir nach 23 Uhr“, berichtet Erfinder Dieter Grote. Vor drei Jahren sei er auf die Idee gekommen. „Ich habe mir Sorgen gemacht, wenn meine Kinder abends im Dunkeln nach Hause gekommen sind“, erzählt er. Seit einem Jahr gebe es „dial4light“ in Dörentrup. Und bald soll es die Straßenbeleuchtung per Handy auch im Ausland geben: „Wir sind in Verhandlungen mit 27 Ländern“, erklärt Grote.

Auf einen Blick

Das System funktioniert so: Mehrere Straßenlaternen sind an einen elektrischen Schaltschrank angeschlossen. In diesen ist ein Modem eingebaut. Ruft ein Nutzer bei der Hotline an und gibt den auf einer Laterne aufgedruckten Code ein, schaltet das Modem automatisch die Laternen an der Strecke ein. Ein Call-Center wird nicht benötigt. Die Nutzer müssen sich vorher einmalig im Internet registrieren. Besucher können es aber auch einmal ohne Registrierung nutzen. son

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