L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Streicht Saarbrücken 750 Ein-Euro-Jobs?

Saarbrücken. Der Regionalverband schlägt Alarm: Wenn die Bundesregierung ihre Kürzungspläne umsetzt, fallen im nächsten Jahr im Regionalverband 750 Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose weg. Das kündigten Werner Jenal, Geschäftsführer des Jobcenters Saarbrücken, und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo gestern an. 1500 Ein-Euro-Jobs stehen in diesem Jahr für Hartz-IV-Empfänger zur Verfügung. Die schwarz-gelbe Bundesregierung habe im Mai ein Gesetz auf den Weg gebracht.



Zuschüsse für Langzeitarbeitslose werden gekürzt

Demnach sollen die Zuschüsse für Langzeitarbeitslose, die sogenannte „Eingliederungshilfe“, bundesweit um eine Milliarde Euro auf 4,3 Milliarden Euro gekürzt werden. Im Regionalverband sinken die Zuschüsse nach Angaben Gillos im Jahr 2013 auf 21 Millionen Euro. Das sei weniger als die Hälfte gegenüber 2010. Die Ein-Euro-Jobber dürften auch nicht mehr qualifiziert werden.

Gillo griff die Bundesregierung scharf an: „Langzeitarbeitslose werden künftig zu Akten degradiert. Sie werden vorgeladen, wir können ihnen aber immer weniger bieten.“ Mit Ein-Euro-Jobs hat der Regionalverband bisher Langzeitarbeitslose zwischen sechs Monaten und einem Jahr beschäftigt, die große Schwierigkeiten hatten, wieder eine Stelle zu finden. In 20 bis 30 Prozent der Fälle hätten die Hartz-IV-Empfänger saarlandweit nach einem Ein-Euro-Job wieder Arbeit gefunden, ergänzte Bärbel Heil- Trapp vom Diakonischen Werk, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Beschäftigung und Qualifizierung Saarland. Wenn es künftig im Regionalverband 750 Ein-Euro-Jobs weniger gibt, seien viele Beschäftigungsprojekte bei so genannten freien Trägern in Gefahr, sagte Werner Jenal.

Als Beispiel nannte er die Kaufhäuser, in denen Langzeitarbeitslose gebrauchte Möbel verkaufen. Ein- Euro-Jobber würden aber auch im Weltkulturerbe Völklinger Hütte, im Klinikum Saarbrücken oder am Ludwigsparkstadion eingesetzt. Das alles sei ab nächstem Jahr nicht mehr möglich.

150 Euro pro Monat und Arbeitslosem

Dann stünden auch viele Arbeitsplätze bei den freien Trägern auf der Kippe, befürchtet Heil-Trapp. Dazu zählen zum Beispiel die Neue Arbeit Saar oder die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach mbH. 340 Vollzeitjobs gibt es insgesamt, um die Ein- Euro-Jobber zu betreuen. Dazukomme, dass diese Einrichtungen vom Jobcenter künftig nur noch 150 Euro pro Monat und Arbeitslosen bekommen. Das bringe sie in große Finanznöte.

Bisher zahlte das Jobcenter 230 Euro und bis zu 400 Euro, wenn der Arbeitslose ausgebildet wurde. Heil-Trapp versteht die Kürzungspläne der Bundesregierung nicht. Gerade wenn die Konjunktur brummt, müsse Berlin mehr für die Hartz-IV-Empfänger tun: „So nimmt man den Langzeitarbeitslosen ihre letzte Chance.“

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo wies darauf hin, dass die Bundesregierung als Ausgleich für die Kürzungen das Programm „Bürgerarbeit“ aufgelegt habe. „Doch das läuft sehr schleppend an“, sagte der SPD-Politiker und kritisierte den hohen bürokratischen Aufwand. 100 Plätze seien bisher im Regionalverband genehmigt, ergänzte Jenal. Ziel ist es, die Hartz-IV-Empfänger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen. Rund 38 000 Hartz-IV-Empfänger, davon 10 000 Kinder, betreut das Jobcenter Saarbrücken.

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