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Streicht die Bahn bald weitere ICE-Verbindungen ins Saarland?



In der Tarifrunde bei der Deutschen Bahn verlangt die EVG 6,5 Prozent mehr Geld. Sie wollen offenbar erreichen, dass real mehr im Geldbeutel ankommt?
Kirchner: Das ist das, was unsere Kollegen erwarten. Wir wollen einen Reallohn-Zuwachs haben. Die Forderung stützt sich auf zwei Hauptargumente. Erstens: Selbst konservative Politiker sagen, der Binnenmarkt muss gestärkt werden. Wir brauchen in Deutschland wieder Löhne, von denen die Menschen nicht nur leben, sondern auch investieren können. Zweitens: Die Bahn AG wird mit großer Wahrscheinlichkeit das beste Ergebnis aller Zeiten einfahren. Die Arbeitnehmer, die dieses Rekordergebnis mit erwirtschaftet haben, wollen daran auch beteiligt werden.

Angenommen, die Löhne steigen kräftig, ist dann nicht zu befürchten, dass die Bahntickets bald wieder deutlich teurer werden?
Kirchner: Wenn wir eine zurückhaltende Lohnrunde fahren, wird der Bahnvorstand sich eine andere Begründung für eine Preiserhöhung ausdenken. Außerdem stellt auch die Bahn fest, dass auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr so einfach Fachkräfte zu bekommen sind. Durch den Personalabbau der vergangenen Jahre hat die Bahn-Belegschaft ein Durchschnittsalter, das an die 50 heranreicht. Die Bahn wird daher in den nächsten Jahren Zigtausende neue Leute brauchen.

Muss also die Bezahlung attraktiver werden?
Kirchner: Bei der Bezahlung muss sich etwas ändern – aber nicht nur dort. Das zeigt eine Mitarbeiterbefragung bei der Bahn AG. Die Beschäftigten klagen über zu hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Wertschätzung und über schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und sie kritisieren, dass kaum eine Freizeitplanung möglich ist. Auch in puncto Sicherheit von Zugpersonal und Fahrgäste muss etwas passieren. Insgesamt ist das Klima bei der Bahn wesentlich schlechter, als das früher der Fall war. Die Bahn will in den nächsten Jahren wieder zu den Top Zehn der Arbeitgeber in Deutschland zählen. Dafür muss sie noch viel tun und die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.

Die Deutsche Bahn verliert inzwischen recht häufig Ausschreibungen im Regionalverkehr. So wird ab 2014 die Regentalbahn die Verbindung von Saarbrücken nach Mainz bedienen. Bei der Deutschen Bahn sind dadurch Arbeitsplätze bedroht. Wie lassen sich die Folgen für die Betroffenen abmildern?
Kirchner: Wir fordern, dass umgesetzt wird, was das EU-Recht hergibt: Die Ausschreibungen sollen verbindlich vorgeben, dass die Mitarbeiter des bisherigen Betreibers einer Bahnverbindung einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung bei dem neuen Betreiber haben.

Seit Jahren dünnt die Bahn ihr Fernverkehrsangebot im Saarland aus. Lässt sich der Trend aufhalten?
Kirchner: Die Entwicklung droht sich zu verschärfen. Anfang Januar wurde der Markt für Fernreisebusse geöffnet. Das wird sich nachteilig auf den Bahnverkehr auswirken – mit weniger Angeboten in Randregionen und zu Randzeiten früh morgens oder spät am Abend. Denn auf den Hauptstrecken wird wegen der zunehmenden Konkurrenz ein Preiskampf stattfinden. Eine Quersubventionierung unrentabler Strecken wird dann nicht mehr möglich sein.

Umso dringlicher ist es ja wohl gegenzusteuern. Wie kann das gelingen?
Kirchner: Wir fordern von der Politik einen Masterplan Verkehr, der auch die Versorgung der Randregionen regelt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gibt es einen staatlichen Zuschuss für die Bahnunternehmen, wenn sich eine Fernverbindung nicht rechnet. Oder – und das halte ich für intelligenter – man vergibt Lizenzen. Wer in Deutschland lukrative Strecken fahren will, der darf sich nicht nur die Rosinen herauspicken, sondern muss auch für Randregionen Fernverkehr anbieten. Wer zum Beispiel Züge von Köln nach Hamburg fahren lassen will, der muss dann etwa auch Saarbrücken oder Flensburg anbinden.


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