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Streit: Krankenhaus will eigenes Kraftwerk

Ein eigenes Kraftwerk für das Klinikum Saarbrücken? Den Betreibern wachsen die Stromkosten über den Kopf.

Ein eigenes Kraftwerk für das Klinikum Saarbrücken? Den Betreibern wachsen die Stromkosten über den Kopf.

Saarbrücken. Ein heftiger Streit um die Energiekosten ist zwischen dem Klinikum Saarbrücken und dem Lieferanten Energie SaarLorLux (ESLL) entbrannt. Das Klinikum droht, ein eigenes Blockheizkraftwerk zu bauen, um die Kosten zu senken. Alle Stadtratsfraktionen hoffen auf eine Einigung zwischen Klinikum und dem VVS-Konzern, der 49 Prozent der Anteile an der ESLL hält und wieder in die Energieerzeugung einsteigt.

Peter Bauer (SPD) sprach gestern von „Fingerhakeln“ zwischen den beiden Gesellschaften. Er könne beide verstehen und hoffe auf eine Entscheidung noch in den nächsten Tagen. Nach SZ-Informationen war gestern Abend ein Spitzengespräch angesetzt, um den Konflikt zu lösen.

Bauer stellte infrage, ob das Kraftwerk gebaut werden müsse. Stattdessen solle ESLL günstiger Fernwärme an das städtische Krankenhaus liefern. Außerdem müsse das Klinikum dafür belohnt werden, wenn es Energie spare. Auf der anderen Seite sei es für den VVS-Konzern sehr wichtig, dass der Großkunde Klinikum nicht abspringe. Er sei optimistisch, dass sich beide Seiten einigen. CDU-Fraktionschef Peter Strobel sitzt in den Aufsichtsräten des VVS-Konzerns und des Klinikums. Wenn sich die Geschäftslage des Klinikums mit einem neuen Kraftwerk verbessere, müsse er dafür sein – es sei denn, der VVS entstehe dadurch ein großer Schaden. Er erwarte jetzt von der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD), dass sie den Aufsichtsräten eine Entscheidungsgrundlage liefert. „Alles andere wäre Führungsschwäche“, betont Strobel. Wenn der Schaden für die VVS zu groß ist, dürfe das Klinikum das Heizkraftwerk nicht bauen, müsse im Gegenzug aber bessere Konditionen von der ESLL bekommen.


FDP-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fiedler forderte die VVS und das Klinikum auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Für ihn ist aber klar, dass die VVS ein großes Interesse daran habe, dass alle städtischen Gesellschaften „bei der Stange bleiben“. Wenn das Klinikum abspringe, könnten weitere folgen, fürchtet Fiedler. Einem Großkunden wie dem Klinikum müsse die VVS aber Rabatte zugestehen.

Grünen-Fraktionschef Thomas Brück erklärte, die Stadtratsfraktion habe sich noch keine eindeutige Meinung gebildet. Aber auch für ihn gehen die Interessen des Stadt-Konzerns VVS vor. Brück: „Wir sind gegen Alleingänge von städtischen Gesellschaften.“ Er kritisiert außerdem die schlechte Kommunikation zwischen den Beteiligten. Stadtpressesprecher Thomas Blug teilte mit, aus wirtschaftlicher Sicht sei es nachvollziebar, wenn das Klinikum ein Blockheizkraftwerk bauen wolle. Das Krankenhaus müsse die Energiekosten deutlich senken, um nicht in die roten Zahlen zu rutschen. Allerdings dürften dabei die Interessen der anderen städtischen Gesellschaften nicht ignoriert werden. „Das Klinikum wird dann obsolet, wenn es VVS und ESLL gelänge, das Klinikum bei der Lieferung von Energie und Fernwärme so zu stellen, als ob das Klinikum ein Blockheizkraftwerk betreiben würde. Darüber wird verhandelt.“ Das Klinikum selbst wollte sich gestern nicht äußern.

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