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Streit auf dem Campus eskaliert: Wer soll nächster Uni-Präsident werden?

Saar-Uni.

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Der Machtkampf zwischen Senat und Universitätsrat um die Wahl des Präsidenten der Saar-Universität eskaliert. Gestern Nachmittag wählte der Senat , in dem Professoren , Mitarbeiter und Studenten der Hochschule Sitz und Stimme haben, auch im zweiten Wahlgang mit nahezu 80 Prozent Mehrheit Professor Dirk Bähre zum neuen Präsidenten. Der Universitätsrat favorisiert dagegen Professor Uwe Hartmann. Ein Sondierungsgespräch von Vertretern beider Gremien und der Kandidaten, an dem auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) teilnahm, war am Dienstag ohne Ergebnis verlaufen.

 

Bei der Wahl des Uni-Präsidenten waren zunächst drei Bewerber im Rennen. In der Endausscheidung dreht sich nun alles um die beiden internen Kandidaten: den amtierenden Vizepräsidenten Professor Uwe Hartmann und den Dekan der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät III, Professor Dirk Bähre. Für eine Wahl ist die Mehrheit beider Gremien , Senat und Universitätsrat, notwendig. Doch die finden nicht zusammen. Hintergrund sind Meinungsverschiedenheiten über die Strategie der Saar-Uni in der Exzellenzinitiative und die Integrationskraft der Kandidaten. Während der Senat bereits im ersten Wahlgang mit 80 Prozent Mehrheit für Dirk Bähre stimmte, gab es im Universitätsrat das gleiche Ergebnis für Uwe Hartmann. Auch ein Vermittlungsversuch der Staatskanzlei und das Sondierungsgespräch am Dienstag haben nicht gefruchtet. Gestern stimmte der Senat nun in einer Sondersitzung bei praktisch identischen Mehrheitsverhältnissen zum zweiten Mal für Dirk Bähre, wie Uni-Vizepräsident Roland Rolles erklärte. „Der Senat bedauert es“, heißt es in einer Pressemitteilung, „dass der Universitätsrat sich nicht in der Lage sah, der jüngsten Einladung des Senats zu einer gemeinsamen Besprechung der Situation zu folgen.“

 

Nun ist der Universitätsrat gefordert, den abschließenden Zug in diesem Machtpoker zu tun. In diesem Aufsichtsgremium der Hochschule sitzen sieben externe Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft. Der Termin ihrer Abstimmung steht noch nicht fest, wird aber wahrscheinlich zur Monatswende August/September liegen, so der Vorsitzende, Professor Günter Stock. Können sich beide Gremien auch im zweiten Wahlgang nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigen, könnte die Entscheidung über den kommenden Präsidenten der Saar-Universität erstmals außerhalb des Campus fallen. Denn laut saarländischem Universitätsgesetz entscheidet in diesem Fall die Ministerpräsidentin. Annegret Kramp-Karrenbauer bedauerte gestern in einer ersten Reaktion, dass es den beiden Gremien der Saar-Universität nicht gelungen sei, sich auf ein zeitlich abgestimmtes Verfahren bei dieser Wahl zu verständigen.

 

Meinung:

Die Uni leidet

Von Peter Bylda

Bei der Wahl des neuen Präsidenten der Saar-Universität geht es nicht mehr nur um Personen. Es geht auch um die Frage, wer das Sagen auf dem Campus hat: die Uni-Mitglieder, die im Senat ihren Präsidenten aus den Reihen der Professoren wählen, oder das Aufsichtsgremium, der Universitätsrat, ohne dessen Segen diese Wahl nicht gilt. Beide Gremien betrachten die Campus-Welt aus unterschiedlicher Perspektive. Dass es dabei zu Streit kommen kann, ist unvermeidlich. Doch darunter darf nicht das Bild der Hochschule als Ganzes leiden. Der sprachlose Konflikt ihrer beiden wichtigsten Gremien , die sich nun ihre jeweiligen Abstimmungsergebnisse um die Ohren schlagen, lässt für das Ergebnis dieser Wahl Schlimmes befürchten – und für das Image der Saar-Universität auch.

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