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Streit ohne Ende: Klaus Borger hat jetzt Zoff mit den Landwirten

Saarbrücken. Im Augenblick spitzt sich im Saarland erneut ein Konflikt zwischen Naturschutz und Naturnutz zu. Waren es bisher vor allem die Jäger, mit denen sich das Grünen-geführte Umweltministerium – und hier insbesondere Staatssekretär Klaus Borger – anlegte, so verläuft die Konfliktlinie in diesem Fall zwischen dem Ministerium und den Bauern. Wobei Borger im Gespräch mit unserer Zeitung aber betonte: „Man braucht die Bauern, um die Ziele umzusetzen.“

Dennoch zeigt der Bauernverband den Plänen des Umweltministeriums, bei denen es um die Ausweisung zusätzlicher Natur- und Landschaftsschutzgebiete geht, die kalte Schulter. Zur Begründung, warum die Ausweisung dieser Gebiete abgelehnt wird, heißt es auf der Internet-Seite des Bauernverbands: „Wenn die Verordnung entsprechend dem bisherigen Entwurf durchgesetzt wird, bedeutet dies für viele eine erschwerte Bewirtschaftung und einen Wertverlust der Flächen.“

Ausweisung der Schutzgebiete von  EU verordnet

Andererseits verweist Borger darauf, dass es hier nicht um eine Schikane des Landes gehe, sondern dass die Ausweisung der neuen Schutzgebiete von der EU verordnet sei – was durch eine Verordnung des Landes nun umgesetzt werden müsse. Dem hält Hans Lauer, der Geschäftsführer des Bauernverbands, entgegen, dass man nicht unbedingt eine Verordnung brauche, wie zum Beispiel auch das Nachbarland Rheinland-Pfalz seine landschaftschützerischen Ziele in Management-Plänen festlege.

Konkret spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Ministerium und Bauern wegen der Nutzung eines 220 Hektar großen Geländes „Am Renglischberg“ zu, das zu den Gemeinden Mettlach und Perl gehört. Dieses Gebiet werde seit langer Zeit von einem Vogel, dem Mornell-Regenpfeifer, im August als Raststation auf dem Flug in den Süden genutzt. Deshalb soll hier kein Mais mehr angebaut werden. Bei den Bauern stößt diese Vorgabe auf Widerstand. Dennoch hofft Lauer, mit der politischen Ebene zu einer Einigung über die Schutzgebiete zu kommen.

Rund 8300 Hektar Fläche sollen als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden

Nach Darstellung des Umweltministeriums sollen rund 8300 Hektar Fläche demnächst zusätzlich als neue Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden. Für jedes Gebiet, so heißt es, werde eine eigene Verordnung erlassen. In den Kommunen werden die entsprechenden Pläne vier Wochen offengelegt, wo Einwendungen erhoben werden können. Die rechtliche Sicherung dieser so genannten „Natura-2000-Gebiete“ bezieht sich auf Areale, die bereits nach älteren EU-Richtlinien für Flora-Fauna-Habitat (FFH) und für den Vogelschutz festgelegt sind.

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