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Streit um Biergarten auf Saaarbrücker Saar-Wiesen

Saarbrücken. Die Mehrheit der Stadtratsfraktionen ist für den Biergarten am ehemaligen Karlsberg-Schiff. Ein neuer Betreiber darf dort laut Pachtvertrag mit der Stadt auf 800 Quadratmetern Biergarnituren aufstellen, sagte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer am Mittwoch im Bauausschuss. FDP-Fraktionschef Friedhelm Fiedler kritisierte aber, dass der Betreiber vollendete Tatsachen geschaffen habe, bevor der Ausschuss zugestimmt habe. Denn die Bierbänke und zwei Buden für den Außenausschank stünden bereits. Wobei die Buden sehr hässlich seien.

Fiedler sieht eine Unfallgefahr darin, dass die Stände direkt an dem Fuß- und Radweg stehen. Wenn dort die Gäste für ein Bier anstehen, könne es zu Unfällen mit Radfahrern kommen. Auch die SPD und CDU forderten, diese Gefahrenquelle müsse beseitigt werden. Grünamtsleiterin Carmen Dams stellte klar: „Wir haben diese Gefährdung auch gesehen. Wenn das nicht klappt, muss der Ausschank eingestellt werden. Das weiß der Pächter.“

Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer erklärte dazu nach der Sitzung, dass der Stadtrat eine Verlängerung des Vertrags ablehnen könne, wenn es zu großen Problemen kommt. Sie wies darauf hin, dass der Stadtrat 2004 den Biergarten genehmigt habe. Der Pachtvertrag verlängere sich jährlich und sei auf den neuen Pächter übergegangen. Zum Vorwurf Fiedlers, der Betreiber habe vollendete Tatsachen geschaffen, sagte Carmen Dams, dass der Betreiber eine Sondergenehmigung für den 1. Mai bekommen habe. Die Ausschankstände würden noch verkleidet.

Große Bedenken haben die Grünen. Guido Vogel-Latz meinte: „Wir müssen sorgsam mit der Saaraue umgehen.“ Es kämen immer mehr Anbieter, dadurch gebe es auch mehr Müll. Die anderen Fraktionen sehen das aber anders. Wandel-Hoefer erklärte, sie wolle über den Ausschank und die Möglichkeit, Toiletten aufzustellen, schnell mit dem Betreiber reden. Nachdem die Verwaltung im Ausschuss anbot, auch noch mal über ein Gesamtkonzept für die Gastronomie an der Saar zu diskutieren, enthielten sich die Grünen, die anderen Fraktionen stimmten dem Konzept des Betreibers zu. Der erklärt in einer Vorlage zur Sitzung, dass er mit Sicherheitspersonal Probleme verhindern will. Baudezernentin Wandel-Hoefer betonte gestern auf Nachfrage der SZ, das Problem mit dem Ausschank und den Toiletten müsse gelöst werden. Deshalb sollte beides näher an den Biergarten heranrücken, so dass die Gäste nicht mehr den Fußweg überqueren müssten. Weil es auf den Saarwiesen keinen Kanalanschluss gebe, müssten dort trotz der Toiletten auf dem Schiff noch mobile Klohäuschen aufgestellt werden, meinte die Dezernentin.

Meinung
Ausschank auf die Wiese
Von SZ-Redakteur Markus Saeftel


Die Stadt muss sich an Verträge halten. Also ist der Biergarten auf den Saarwiesen zulässig. Doch es bleiben viele Fragen. Der Vorschlag der Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer macht Sinn: Die Ausschankstände sollten näher bei den Bierbänken aufgestellt werden, damit die Gäste nicht den Fußweg überqueren müssen. Dann gibt’s auch keine Probleme mit Radlern. Davon muss sie den Betreiber überzeugen. Dann ist aber noch nicht das Toilettenproblem gelöst. Darüber hat sich der Stadtrat 2004 keine Gedanken gemacht, weil es erstmal nur um das Schiff ging. Die Stadt sollte sich also schnellstens mit dem Betreiber zusammensetzen – damit Biergarten-Freunde und Radler ihren Spaß haben. Wenn das nicht funktioniert, muss der Stadtrat die Notbremse ziehen.
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