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Streit um Einsatz des Pflanzengifts Glyphosat auf Saar-Äckern

. Der Streit um den Einsatz des Pflanzengifts Glyphosat hat jetzt auch das Saarland erreicht. UN-Krebsforscher haben Glyphosat, von dem laut ARD-Berichten jedes Jahr 5000 Tonnen auf deutschen Äckern verspritzt werden, im Frühjahr als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin habe das Gift an Mäusen getestet und erhöhte Krebsraten festgestellt, wie die ARD im Magazin Fakt berichtet.

Das BfR kommentiert diesen Bericht dahingehend, dass sich aus „der gesamten Datenlage nach derzeitigem Stand des Wissens allerdings keine ausreichende Evidenz für eine Einstufung von Glyphosat als kanzerogen (krebserregend, d. Red.)“ ergebe. Landtagsfraktionschef Hubert Ulrich (Grüne) fordert dennoch ein Glyphosat-Verbot durch die Landesregierung für öffentliche Flächen. „Aufgrund der Gesundheitsgefahr, die von dem Pflanzenschutzmittel potenziell ausgeht, halten wir ein Verbot für dringend nötig“, betont Ulrich. Er erklärte, dass Rheinland-Pfalz ein Ausbringungsverbot für öffentliche Grünanlagen bereits erlassen und Frankreich den Verkauf des Giftes in Baumärkten verboten habe. „Darüber hinaus fordern wir eine Auskunft darüber, wo und wie oft Glyphosat bislang im Saarland auf öffentlichen Flächen eingesetzt wurde“, sagte Ulrich. Sabine Schorr, Sprecherin von Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ), sagte der SZ, dass das Ministerium sich der Problematik des Glyphosat-Einsatzes bewusst sei. Man setze aber nicht auf „nischenwirksame Verbote“, sondern auf Überzeugung.

„So wird schon seit längerem über die Landwirtschaftskammer als Pflanzenschutzamt für den sensiblen Einsatz des Wirkstoffes in der Landwirtschaft, dem größten Anwender, eingewirkt,“ sagte Schorr. „Leider“, so Schorr, sei eine moderne Landwirtschaft auf den Einsatz von Total-Herbiziden angewiesen, wenn man pfluglosen Ackerbau propagiere, der enorme Umweltvorteile bringe. Man sei aber „mit den Landwirten auf einer Linie“ und verwende Glyphosat etwa nicht kurz vor der Ernte. Mit den großen Baumärkten sei vereinbart, dass diese das Gift aus den Regalen nehmen. „Das ist schon geschehen“, betonte Schorr. Auf öffentlichen Grünflächen würde das Gift nur sehr beschränkt eingesetzt, etwa gegen Riesenbärenklau. Der Bauernverband Saar habe erklärt, vor einem Verbot müsse eine Alternative gefunden werden, berichtet der SR.
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