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Streit um kleine Brücke an der Saarbrücker Congresshalle

Ob Radler oder Fußgänger: Wer schnell vom Saarufer und aus Richtung Congresshalle zur Luisenbrücke oder in die Gegenrichtung will,
kann diesen hölzernen Steg nutzen. Noch, denn die Stadt will kein Geld mehr in das marode Bauwerk stecken.

Ob Radler oder Fußgänger: Wer schnell vom Saarufer und aus Richtung Congresshalle zur Luisenbrücke oder in die Gegenrichtung will, kann diesen hölzernen Steg nutzen. Noch, denn die Stadt will kein Geld mehr in das marode Bauwerk stecken.

Erst kommt ein Fußgänger, dann ein Radler, schließlich eine Frau mit Kinderwagen, dann wieder ein Fußgänger. Ein paar Minuten auf dem hölzernen Steg an der Congresshalle zeigen: Das Ding erfüllt seinen Zweck. Es verbindet den Fuß- und Radweg am Fluss sowie den Bürgerpark mit den City-Straßen. Nicht mehr lange, wie der Grünen-Fraktionsvorsitzende Guido Vogel-Latz warnt. Er weist auf Pläne hin, den Steg im Zuge des EU-Projektes „Das blaue Band der Saar“ zu beseitigen.

„Besonders erhaltungswürdig“

Vogel-Latz: „Das Ufer soll als eine von sechs Maßnahmen zwischen der neuen Berliner Promenade ab Luisenbrücke und dem Bürgerpark Hafeninsel aufgewertet und die Fuß- und Radwege entlang der Saar verbessert werden. Bestandteil der Planung ist, den Fußgänger- und Fahrradsteg zwischen Luisenbrücke und Congresshalle abzureißen.“ Ein Unding, wie Vogel-Latz findet.

„Dieser Steg verbindet die beiden Ebenen der Berliner Promenade, er ist der barrierefreie Zugang von der Berliner Promenade und der Bahnhofstraße zum Saaruferweg, zum Bürgerpark und zu dem geplanten neuen Messestandort an der Congresshalle.“ Seinetwegen kämen Fußgänger, Radfahrer und „mobilitätseingeschränkte Menschen“ ungefährdet vom Kfz-Verkehr voran. Außerdem sei diese „Verbindung besonders erhaltungswürdig, weil die ehemals bestehende Rampe Schifferstraße als Verbindung der oberen mit der unteren Ebene der Promenade und damit als Verbindung zur Bahnhofstraße ohne Not abgerissen wurde“.

Die neuen Abrisspläne widersprechen nach Vogel-Latz’ Ansicht überdies dem im September beschlossenen Bebauungsplan für die Berliner Promenade und die Bahnhofstraße. Er sehe nach dem Umbau der Schifferstraße „zwei fahrradfreundliche Rampen zwischen Congresshalle und Luisenbrücke im Westen bzw. im Bereich Wilhelm-Heinrich-Brücke/Finanzamt im Osten“ vor.

Vogel-Latz sagt, statt bewährte City-Routen attraktiv und barrierefrei zu gestalten, reiße die Stadt „alternativlos ab“. Und statt den Steg in Ordnung zu bringen oder gar aufzuwerten, von dem ganze Stadtteile profitieren, plane die Verwaltung für die Minderheit der Jachtbesitzer neue Stege am Osthafen.

Stadtsprecher Robert Mertes bestätigt die Abrisspläne für den Steg. Er sagt aber auch, dass die Stadt die kleine Brücke keineswegs vernachlässigt habe.

„Wir haben den Steg in den vergangenen Jahren mehrfach saniert und sogar kurzfristig repariert, um eine Sperrung zu vermeiden. Die Stadt hat ihn so lange in Stand gehalten, wie das rentabel war.“ Immerhin habe jede dieser Reparaturen eine fünfstellige Summe gekostet, sagte Mertes. Und ein Ende des Reparaturbedarfs sei nicht in Sicht. „Das Bauwerk ist insgesamt in die Jahre gekommen und marode. Auch ist die Konstruktion des Stegs aus technischer Sicht nicht mehr zeitgemäß. Daher sind weitere Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich betrachtet nicht mehr sinnvoll. Aktuell laufen im Baudezernat Überlegungen, ob, wie und mit welchem Aufwand ein Ersatz realisierbar ist. Wir wollen noch in diesem Jahr den Bauausschuss über das Ergebnis informieren.“

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