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Stress hinter den FCK-Kulissen

Kaiserslautern. Kurzer Schwenk mit dem dicken Fernglas, alles okay. Blick auf den einen Monitor für 74 Überwachungskameras, Lage unter Kontrolle. Für Thomas Kossurok kann es losgehen auf dem „Betze“. Der Einsatzleiter der Polizei steht in der kleinen Zentrale hoch oben unter dem Dach der Südtribüne im Fritz-Walter-Stadion und schaut durch die großen Fensterscheiben. 30 Meter tiefer nimmt die Elf des 1. FC Kaiserslautern Heimspiel-Formation an. Nervös ist er nicht, sagt der bullige Mann mit dem grauen Igelschnitt. Sein Team ist eingespielt und gut vorbereitet. Der FCK hoffentlich auch, drei Punkte wären wichtig heute. So wichtig wie Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, TV-Produzenten und Frikadellen-Brater? Während die „Roten Teufel“ Bundesliga-Fußball zeigen, sorgen sie dafür, dass alles glatt geht.
Michael Opitz erzählt gerne Geschichten von vor dem Krieg, also von vor der Weltmeisterschaft 2006. Anekdoten von Fußballern, die ihren deutschen Sprachschatz verheimlichen, damit sie kein Fernseh-Interview geben müssen. Seit 20 Jahren bringt Opitz – dunkelblaues Sakko, hellbraune Ärmelschoner, sonnengegerbte Haut, randlose Brille – Fußball-Spiele ins deutsche Wohnzimmer. Die Sonne wärmt um kurz vor halb zehn noch nicht, aber Opitz und seine Leute von der Produktionsfirma Sportcast sind schon seit einer Stunde an der FCK-Arena. 86 Mann hat er unter seinem Kommando. Kabel verlegen, Kameras aufstellen, Mikros ausrichten – und Ordnung auf dem Produktions-Parkplatz halten.  Elf Kameras sind bei Erstligaspielen im Einsatz – bei Topspielen 14.



Drei Stunden vor Anpfiff trommelt Einsatzleiter Thomas Kossurok im Polizeipräsidium Westpfalz am Fuß des Betzenbergs seine Kollegen zusammen. Mit 15 Abschnittsleitern geht er ein letztes Mal den Plan für den Tag durch. Wann rücken die polizeibekannten Radaubrüder an? Kommen sie mit Bus oder Bahn? Wie reisen die etwa 5000 Gästeanhänger an? Und was haben die Kollegen aus der Fanszene berichtet? Kossurok ist einer von vier Kollegen, die sich als Einsatzleiter abwechseln. Seine Aufklärer sind schon seit morgens um acht Uhr im Einsatz. Die „Szenekundigen Beamten“, SKB abgekürzt, haben längst einen Überblick. Sie kennen ihre Pappenheimer, haben Randalierer in spe im Auge, sind immer in den Fan-Foren unterwegs. Zwar mischen sie sich in zivil unter die Fans, die Kollegen sind aber keine Maulwürfe. Sie sind in der Szene bekannt – und respektiert.

Mit zerzausten Haaren und in kompletter FCK-Kluft erklärt ein altgedienter SKB draußen vor dem Präsidium 46 Jungpolizisten gerade seinen Job. „Deren Arbeit hat sich bislang sehr bewährt“, sagt Kossurok. Dann fährt er hoch zum Stadion, um sich einen Überblick zu verschaffen. Am Bahnhof haben die Kollegen derweil ein Auge auf die ersten Fans, die hoch auf den „Betze“ klettern.



Hinter dem großen Fenster in der Einsatzzentrale steht Martin Gugel. Der Feuerwehrmann ist seit halb drei im Stadion tätig und im Ernstfall derjenige, der den Hut im Stadion auf hat.  „Katastrophenschutzlage“ hieße das, was zum Glück noch nicht eingetreten ist. Im Notfall können Kollegen von der Wache in fünf Minuten am Stadion sein. Aber Verstärkung brauchen sie kaum. „Bengalos“ löschen geht auch ohne Löschzug – aber nicht immer ohne Rückversicherung. „Bei den FCK-Fans gehen wir selber rein“, sagt Gugel. Wenn es im Gästeblock brennt, sprechen sie zumindest kurz mit der Polizei: „Wäre nicht das erste Mal, dass Kollegen da angegriffen werden.“

Auch andere „Aggressoren“ schaffen es ab und an in die Arena. „Wir hatten schon Wildtiere hier“, erzählt Gugel. Nicht nur die 60er-„Löwen“, auch heimische Fauna. Der eine oder andere Greifvogel hat sich bis in die Imbisshallen verirrt, Katzen haben sich über das Spielfeld scheuchen lassen. „Und wir hatten einen Fuchs“, sagt Gugel nicht ohne Stolz. Den haben sie quer über die Tribüne gehetzt – aber Vulpes vulpes, also der Fuchs, konnte ausbüxen.
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