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Stress kann psychische Krankheiten auslösen

Saarbrücken. Die Ausbreitung psychisch bedingter Krankheiten stand im Mittelpunkt des Interesses, als die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) gestern in der Sonnenbergklinik ihren Gesundheitsreport 2011 für den Regionalverband und die Stadt St. Ingbert präsentierte. Darin analysiert die DAK, welche Krankheiten 2010 am häufigsten dazu führten, dass ihre Mitglieder krankgeschrieben wurden.

Den größten Zuwachs gab's bei den psychischen und psychisch bedingten Krankheiten. Die lagen 2009 noch auf Platz vier – kletterten aber 2010 auf Platz zwei der Rangliste.

Platz eins belegten auch 2010 die Krankheiten an Muskeln und Knochen. Auf Platz drei kamen die Verletzungen, gefolgt von Krankheiten der Atemwege, der Verdauung und schließlich des Herz-Kreislaufsystems.

Der DAK-Report betont, dass „bei der Entstehung psychischer Krankheiten die Belastungen am Arbeitsplatz – Leistungsdruck, Konkurrenz, Konflikte, Arbeitsplatzunsicherheit – eine wichtige Rolle spielen“, und weist darauf hin, dass „zunehmend auch junge Arbeitnehmer“ psychisch krank werden. DAK-Chef Frank Schönwetter ergänzte gestern: „Der Start ins Berufsleben ist für viele junge Menschen mit großen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden.  In dieser Lebensphase liegt der Schlüssel zur Gesundheit – neben Elternhaus und Schule – auch immer im Betrieb.“



Die Belege im DAK-Report: 23 Prozent der Saarländer zwischen 18 und 29 Jahren empfinden ihren Arbeitsalltag als „sehr belastend“ – 20 Prozent sind es im Bundesdurchschnitt. 26 Prozent der jungen Saarländer, die 2010 zum Arzt gingen, wurden wegen Rückenschmerzen behandelt, acht Prozent wegen Kopfschmerzen, sechs Prozent wegen Migräne. Bei zehn Prozent diagnostizierten die Ärzte „somatoforme Störungen“. Das sind laut DAK „wiederkehrende körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzprobleme ohne organische Ursache“. Sieben Prozent hatten Depressionen. Sechs Prozent schafften es nicht, belastende Ereignisse zu verarbeiten. Neun Prozent wurden wegen Asthma bronchiale behandelt, und bei sechs Prozent stellten die Ärzte Fettsucht (Adipositas) fest.

Dr. Wolfgang Hofmann, der Ärztliche Direktor der Sonnenbergklinik, erläuterte bei der Pressekonferenz: „Auch hinter Rückenschmerzen verbergen sich oft psychische Probleme. Da sagt der Orthopäde dem Patienten: Der Befund Ihrer Wirbelsäule erklärt nicht Ihre Schmerzen.“



Weil manche Menschen unter psychischem Druck zur Flasche greifen, nahm die DAK auch das Verhältnis der 18- bis 29-Jährigen zum Alkohol unter die Lupe.  Ergebnis: Im Saarland sind 31 Prozent der jungen Leute „Rauschtrinker“, das heißt, sie gönnen sich „mindestens einmal im Monat auf Partys oder in Gesellschaft fünf oder mehr alkoholische Getränke innerhalb von zwei bis drei Stunden“ – der Bundesdurchschnitt liegt bei 34 Prozent.

Gleichzeitig beurteilen laut DAK 80 Prozent der jungen Arbeitnehmer im Saarland ihre Gesundheit als „gut“, bundesweit sind es 74 Prozent.

Laut DAK stieg „der Krankenstand im Regionalverband und in St. Ingbert 2010 um insgesamt 3,9 Prozent“. Das entspricht zwar dem saarländischen Durchschnitt.

Trotzdem mahnte DAK-Chef Frank Schönwetter am Dienstag: „Die Höhe des Krankenstandes in unserer Region ist ein Signal.“ An die Arbeitgeber appellierte Schönwetter: „Junge Menschen wollen ihr Potenzial ausschöpfen. Motivierte Kollegen sind in der Regel weniger krank.“ Die DAK hat rund 33 000 Versicherte im Regionalverband und in St. Ingbert, 76 000 sind es im ganzen Land.
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